Bischof Genn verurteilt rechtsextremistisches Gedankengut

"Wir stehen ein für den Schutz der Schwachen"

Der Bischof von Münster hat rechtsextremistisches Gedankengut verurteilt und zum Schutz von Migranten aufgerufen. "Wir wenden uns gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus sowie Hass und Ablehnung", sagte Felix Genn.

Bischof Felix Genn / © Guido Kirchner (dpa)
Bischof Felix Genn / © Guido Kirchner ( dpa )

Für Christinnen und Christen sei Nächstenliebe Programm, dazu gehöre die Achtung vor der Würde jedes Menschen.

"Deshalb treten wir ein für Solidarität mit allen, die aus der Not heraus ein neues Leben in Frieden und Sicherheit in unserem Land suchen."

Zahlreiche Demonstrationen gegen Rechtsextremismus

Es gelte, diejenigen zu unterstützen, die Hilfe bräuchten oder bedroht, angegriffen oder diskriminiert würden. "Wir stehen ein für den Schutz der Schwachen, für ein friedfertiges Zusammenleben aller und für ein bedingungsloses Ja zu Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten."

Rolf Lohmann / © Harald Oppitz (KNA)
Rolf Lohmann / © Harald Oppitz ( KNA )

Das Bistum Münster verwies in seiner Mitteilung auf zahlreiche Demonstrationen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, beispielsweise in Münster, Recklinghausen und Kleve.

In Kevelaer wird der Münsteraner Weihbischof Rolf Lohmann an einer Kundgebung teilnehmen. Die Demonstrationen in zahlreichen Städten sind Reaktionen auf die in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Massenvertreibungsüberlegungen rechter Kreise.

Bistum Münster

Mit rund 1,59 Millionen Katholikinnen und Katholiken ist das Bistum Münster die mitgliederstärkste Diözese in Deutschland. Aber auch hier hat die Kirche mit schwindenden Mitgliederzahlen und den Folgen daraus zu kämpfen. Zwar rechnet das Bistum für das laufende Jahr mit Kirchensteuereinnahmen von rund 454,7 Millionen Euro. Die "Kirchensteuerkraft" – also das, was sich die Diözese mit dem Geld leisten kann – lässt aber stark nach: Bis 2060 soll sie sich im Vergleich zu 2017 halbiert haben.

Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke (KNA)
Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke ( KNA )
Quelle:
KNA