Bischof Genn ruft Jugendliche zum Einsatz für Frieden auf

"Sensibel und achtsam sein"

Münsters Bischof Felix Genn ruft Jugendliche zum Einsatz für mehr Frieden auf, weltweit und auch im eigenen Umfeld. Als Beispiele nannte er Solidarität mit Juden sowie Engagement für Flüchtlinge. Frieden fange im Kleinen an.

Felix Genn, Bischof von Münster, während eines Interviews am 1. Juli 2021 in Köln. / © Harald Oppitz (KNA)
Felix Genn, Bischof von Münster, während eines Interviews am 1. Juli 2021 in Köln. / © Harald Oppitz ( KNA )

"Wir dürfen uns nicht an den Krieg gewöhnen, auch wenn wir uns ohnmächtig fühlen", sagte Bischof Genn am Freitagabend bei der Veranstaltung "Ask the bishop" (Frag den Bischof), zu dem rund 70 Jugendliche in die Jugendkirche nach Münster gekommen waren, wie das Bistum am Samstag mitteilte.

"Wir dürfen nicht gleichgültig werden, sondern müssen den Gedanken an den Frieden wachhalten", fügte Genn hinzu.

Engagement um den interreligiösen Dialog

"Frieden bedeutet für mich, wenn im eigenen Umfeld ein gutes Verstehen möglich ist und weltweit die furchtbaren Kriege aufhören", antwortete der Bischof auf die Frage nach seinem persönlichen Verständnis von Frieden.

Zu seinem eigenen Engagement ergänzte Genn, er bemühe sich insbesondere um den interreligiösen Dialog. So habe er etwa dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Münster versichert: "Wir stehen zu Ihnen und dulden keine antisemitische Hetze."

Frieden beginnt im Kleinen

Der Einsatz für geflüchtete Menschen sei ein weiteres Beispiel. "In dieser Hinsicht geschieht besonders in den Gemeinden vor Ort umfängliche Friedensarbeit", lobte Genn und dankte allen, die sich derzeit besonders um Geflüchtete aus der Ukraine kümmern.

Frieden fange im Kleinen an und im eigenen Alltag, gab der Bischof den Jugendlichen mit auf den Weg. Und dazu müsse jeder seinen Beitrag leisten: "Ich bitte euch, sensibel und achtsam zu sein, wenn ihr mitbekommt, dass Menschen andere Menschen ausgrenzen. Schreitet ein, wenn dies in eurem Umfeld, in eurer Klasse, in eurer Ortschaft geschieht."

Bistum Münster

Mit rund 1,59 Millionen Katholikinnen und Katholiken ist das Bistum Münster die mitgliederstärkste Diözese in Deutschland. Aber auch hier hat die Kirche mit schwindenden Mitgliederzahlen und den Folgen daraus zu kämpfen. Zwar rechnet das Bistum für das laufende Jahr mit Kirchensteuereinnahmen von rund 454,7 Millionen Euro. Die "Kirchensteuerkraft" – also das, was sich die Diözese mit dem Geld leisten kann – lässt aber stark nach: Bis 2060 soll sie sich im Vergleich zu 2017 halbiert haben.

Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke (KNA)
Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke ( KNA )
Quelle:
KNA