Bischof Dröge rügt Türkei für Inhaftierung von Menschenrechtlern

"Ungerechtigkeit schreit zum Himmel"

Der evangelische Bischof Markus Dröge wirft der türkischen Regierung vor, den Menschrechtler Peter Steudtner zu Unrecht inhaftiert zu haben. Die Untersuchungshaft für den Deutschen sei unverhältnismäßig und unverantwortlich.

 Berliner Bischof Markus Dröge / © Michael Kappeler (dpa)
Berliner Bischof Markus Dröge / © Michael Kappeler ( dpa )

"Ein Mann, der sich friedfertig für Gerechtigkeit einsetzt, wird dafür inhaftiert - das schreit zum Himmel", sagte Dröge laut vorab veröffentlichtem Fürbittengebet am Montagabend in der Berliner Gethsemanekirche. "Als Kirche müssen wir diese Ungerechtigkeit öffentlich zur Sprache bringen."

Steudtner wurde am 5. Juli zusammen mit weiteren Teilnehmern eines IT-Seminars für Menschenrechtsorganisationen in der Türkei inhaftiert und befindet sich derzeit in Istanbul in Untersuchungshaft. Die türkische Justiz wirft ihm die Unterstützung einer terroristischen Gruppe vor. International wird dies kritisiert. Die Bundesregierung setzte sich bislang vergeblich für eine Freilassung aus der U-Haft ein.

Brief an den türkischen Botschafter

Dröge bezeichnete es als "unerträglich", dass "ein unschuldiger Mensch willkürlich inhaftiert und festgehalten wird". Der Bischof betonte, er sei "überzeugt, dass sich die Vorwürfe bei genauer Prüfung als völlig haltlos erweisen". Eine Untersuchungshaft sei daher "aus menschenrechtlicher Perspektive unverhältnismäßig und unverantwortlich". Dies habe er auch dem türkischen Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydin, geschrieben.

Quelle:
KNA
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