Bischof Bätzing weist Kritik an Synodalem Weg zurück

Keine Antwort mehr auf Offene Briefe

Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat die erneute Kritik des Erzbischofs von Denver, Samuel J. Aquila, am Synodalen Weg deutlich zurückgewiesen. Zugleich kündigte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz etwas an.

Bischof Georg Bätzing / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bischof Georg Bätzing / © Julia Steinbrecht ( KNA )

In seiner am Donnerstag veröffentlichten E-Mail an Aquila betonte er, dass er Offene Briefe künftig nicht mehr beantworten werde. Zum Synodalen Weg hat Bätzing bereits mehrere Offene Briefe von Bischöfen erhalten und beantwortet, darunter Schreiben aus den Reihen der Polnischen und der Nordischen Bischofskonferenz.

Aquila gehört zu einer Gruppe von 74 überwiegend englischsprachigen Bischöfen, die Mitte April in einem Offenen Brief die Befürchtung geäußert hatten, die angestrebten Reformen könnten abermals in der Geschichte zu einer Kirchenspaltung von deutschem Boden aus führen.

Zunächst Brief als Antwort

Bätzing wies diese Vorwürfe in einem an Aquila adressierten ersten Brief zurück. Er betonte, beim Synodalen Weg gehe es darum, sich den "systemischen Ursachen des Missbrauchs und seiner Vertuschung zu stellen, der so vielen Menschen in der Kirche und durch die Kirche unsägliches Leid zugefügt hat".

Samuel Joseph Aquila, Erzbischof von Denver / © Paul Haring/CNS photo (KNA)
Samuel Joseph Aquila, Erzbischof von Denver / © Paul Haring/CNS photo ( KNA )

In einem Antwortbrief an Bätzing bekräftige Aquila Anfang Mai seine Position und bezeichnete den Synodalen Weg als "Verrat am Evangelium". Die Initiative stelle das Glaubensgut in Frage und lehne es in einigen Fällen sogar ab. Beispielhaft verwies er in diesem Zusammenhang auf Debatten zur katholischen Sexualmoral.

Zum Thema Missbrauch schrieb Aquila: "Warum muss sich die katholische Lehre in grundlegenden Fragen der Lehre und des moralischen Lebens ändern, weil die deutschen Bischöfe es versäumt haben, wirksam zu lehren und ehrlich zu führen?"

Dritte Synodalversammlung / © Maximilian von Lachner (SW)
Dritte Synodalversammlung / © Maximilian von Lachner ( SW )

In seiner schriftlichen Entgegnung an Aquila hält der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz nun fest: "Aufgrund von intensiven Gesprächen mit Betroffenen und intensiven wissenschaftlichen Studien zum Geschehen des Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen durch Kleriker in unserem Land mussten wir schmerzlich akzeptieren, dass es mehrdimensionale systemische Faktoren in der Katholischen Kirche sind, die Missbrauch begünstigen." Diese aufzudecken und zu überwinden sei Ausgangspunkt des Synodalen Weges.

Dagegen sei Aquilas Argumentation, Bischöfe hätten Fehler im Umgang mit Missbrauch gemacht, und wollten nun, anstatt die Verantwortung dafür zu übernehmen, die kirchliche Lehre grundlegend infrage stellen, "aus meiner bescheidenen Erkenntnis erschreckend einlinig und wird leider der komplexen Realität der Missbrauch begünstigenden Strukturen in der Katholischen Kirche bei weitem nicht gerecht".

Keine Antwort auf Offene Briefe mehr

Bätzing kündigte an, er werde nicht mehr auf Offene Briefe antworten.

"Dass ich es beim ersten Mal getan habe, ist dem Respekt Ihnen und den Mitbrüdern gegenüber geschuldet. Aber Sie wissen auch, dass es der üblichen Gepflogenheit entspricht, offene Briefe unbeantwortet zu lassen."

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing / © Nicolas Armer (dpa)
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing / © Nicolas Armer ( dpa )

Mittlerweile habe er auch erfahren, dass unter den gesammelten Unterzeichnern des ersen Schreibens auch solche waren, "die über den wirklichen Diskussionsprozess des Synodalen Weges ausgesprochen uninformiert waren", hält Bätzing dem Erzbischof von Denver vor.

"Und auch nach geraumer Zeit hatten sie keine Kenntnis darüber, dass und wie ich ausführlich geantwortet habe. Dies zeigt: Sie haben meine Antwort nicht auch nur annähernd auf ähnlichen Wegen öffentlich zugänglich gemacht wie Ihren eigenen Brief." Dies sei Aquilas gute Recht, lasse sein Vorgehen jedoch "einigermaßen fragwürdig" erscheinen.

Der Synodale Weg

Der Begriff "Synodaler Weg" verweist auf das griechische Wort Synode. Es bedeutet wörtlich "Weggemeinschaft"; im kirchlichen Sprachgebrauch bezeichnet Synode eine Versammlung von Bischöfen oder von Geistlichen und Laien.

In ihrem Reformdialog auf dem Synodalen Weg wollen die deutschen katholischen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland beraten. Ausgangspunkt ist eine jahrelangen Kirchenkrise, die der Missbrauchs-Skandal verschärft hat.

Logo Synodaler Weg / © Julia Steinbrecht (KNA)
Quelle:
KNA