Bischof Jung eröffnet Weihnachtspostamt Himmelstadt

Bis zu 80.000 Briefe

Der Würzburger Bischof Franz Jung hat am Sonntag Bayerns einziges Weihnachtspostamt in Himmelstadt eröffnet. Die bis zu 80.000 Briefe seien "Kinderseelen auf Papier", sagte Jung. Die Schreiben seien ein "Spiegel der Not unserer Tage".

Figur eines Weihnachtsmannes im Weihnachtspostamt / © Soeren Stache (dpa)
Figur eines Weihnachtsmannes im Weihnachtspostamt / © Soeren Stache ( dpa )

Kinder sagten ungefiltert, wo der Schuh drücke, worunter sie litten, aber auch was sie sich von jenen Menschen wünschten, denen sie sich besonders nahe fühlten: "Bei den Kindern kann man in die Schule gehen und in ihren elementaren Wünschen der eigenen Sehnsucht wieder auf die Spur kommen."

"Ein Gefühl wie Weihnachten"

Corona und die Flüchtlingskinder hätten gelehrt, das wieder zu entdecken, worum es wirklich gehe, so Jung weiter: "Frieden, Geborgenheit, Gesundheit an Leib und Seele, Sicherheit und die Möglichkeit sich zu entfalten." Wichtig sei aber, dass die Briefe beantwortet würden.

Geschehe dies nicht, sei dies ein schwerer, kaum wiedergutzumachender Vertrauensbruch. Jung dankte der Leiterin des Weihnachtspostamts, Rosemarie Schotte, und den knapp 40 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz bis Weihnachten. Sie müssten auf teils schwierige Briefe mit viel Fingerspitzengefühl reagieren.

"Alle, die Briefe beantworten, ahmen Gott nach, denn sie antworten auf die Not, die nicht ungehört verhallt. Und sie geben nicht etwas, sondern sich selbst", so Jung weiter. Sie seien wie Jesus Christus ein menschliches Gegenüber, das Verständnis, Einfühlungsvermögen, Hoffnung und Liebe verbreite. "Einen Menschen zu haben und eine Antwort zu bekommen: Das ist ein Gefühl wie Weihnachten", betonte der Bischof: "Danke für Bayerns einziges Weihnachtspostamt."

Franz Jung, Bischof von Würzburg / © Harald Oppitz (KNA)
Franz Jung, Bischof von Würzburg / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA
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