Berliner Hedwigskathedrale geht in Besitz des Erzbistums über

Domgemeinde gibt Kathedrale ab

Die Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale hat in letzter Zeit immer wieder für Wirbel gesorgt. Sie soll saniert werden und entsprechende Umgestaltungspläne sind umstritten. Jetzt gibt es erst mal einen neuen Bestizer der Kathedrale.

Wettbewerb Umgestaltung der Sankt-Hedwigs-Kathedrale: Siegerentwurf von Sichau & Walter Architekten GmbH und Leo Zogmayer. (KNA)
Wettbewerb Umgestaltung der Sankt-Hedwigs-Kathedrale: Siegerentwurf von Sichau & Walter Architekten GmbH und Leo Zogmayer. / ( KNA )

Jetzt wechselt sie den Besitzer: Die Domgemeinde überträgt die Eigentumsrechte an das Erzbistum Berlin. Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand der Domgemeinde sowie der Diözesanvermögensverwaltungsrat des Erzbistums haben den Verträgen zugestimmt, wie das Erzbistum Berlin am Montag mitteilte. Die Bischofskirche gehörte aus historischen Gründen bisher der Domgemeinde. Hausherr war nicht das Erzbistum, sondern der Dompfarrer. Die Übertragung war seit längerem verhandelt worden.

Zudem wurde ein Erbbaurechtsvertrag zwischen der Domgemeinde und dem Erzbistum Berlin über das benachbarte Bernhard-Lichtenberg-Haus geschlossen. Dieser sieht vor, dass der Domgemeinde auch künftig eine Etage für ihre gemeindlichen Aktivitäten und Pastoral mietfrei zur Verfügung steht. In der Kathedrale sind die Werktagsgottesdienste um 8.00 Uhr und die Sonntagsmesse um 12.00 Uhr weiterhin als Gottesdienste der Gemeinde festgelegt.

Sanierung und Umgestaltung?

Die Sankt-Hedwigs-Kathedrale gehört zu den wichtigen katholischen Gotteshäusern in Deutschland. Die Bischofskirche zählt jährlich über 200.000 Besucher. Dort finden auch Gottesdienste aus staatlichen Anlässen statt, etwa vor der konstituierenden Sitzung eines neuen Bundestags.

Aktuell besteht hoher Sanierungsbedarf bei dem Kirchbau. In Kürze wird die Entscheidung des Erzbischofs Heiner Koch erwartet, ob damit auch eine Umgestaltung verbunden ist. Die entsprechenden Pläne dazu sind umstritten. Das Erzbistum beziffert die Kosten einer Umgestaltung auf 43 Millionen und die einer Sanierung auf 16,8 Millionen Euro.

Kuppelbau von 1773

Geweiht wurde der Kuppelbau am 1. November 1773. Er gehört zu den wenigen erhaltenen Bauzeugnissen dieser Zeit in der Stadt. Zusammen mit Humboldt-Universität, Staatsoper und Königlicher Bibliothek bildet die Kirche am Boulevard Unter den Linden das Ensemble des Forum Fridericianum.


Quelle:
KNA