Benedikt XVI. äußert sich zu Gesundheitszustand

"Bin auf der Wallfahrt nach Hause"

In einem Brief an eine italienische Tageszeitung hat der emeritierte Papst Benedikt XVI. persönlich auf Leseranfragen nach seinem Befinden geantwortet: "Langsam schwinden die physischen Kräfte, innerlich bin ich auf der Wallfahrt nach Hause".

Papst em. Benedikt XVI.  / © Osservatore Romano (KNA)
Papst em. Benedikt XVI. / © Osservatore Romano ( KNA )

Das Schreiben, das vom 5. Februar datiert, wurde am Mittwoch von der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" abgedruckt und ist adressiert an den leitenden Redakteur Massimo Franco.

Mühevoller Weg

Er sei sehr bewegt von dem Interesse so vieler Leser, wie es ihm gehe, beginnt der 90-Jährige sein Schreiben. Und es sei für ihn "eine große Gnade, auf diesem letzten, mitunter etwas mühevollen Stück Wegs, von einer Liebe und Güte umgeben zu sein, die ich mir nicht hätte vorstellen können". In diesem Sinne verstehe er auch das Interesse der Leser der Zeitung.

Der emeritierte Papst beendet seinen Brief mit seinem Dank und der Versicherung, für die Mitarbeiter der Zeitung und deren Leser zu beten. Unterschrieben ist der maschinengeschriebene Brief handschriftlich.

Rücktritt vor fünf Jahren

Benedikt hatte am 11. Februar 2013 überraschend seinen Verzicht auf das Papstamt angekündigt. Nach dem Ende seines Pontifikats zog sich der emeritierte Papst in das ehemalige Kloster "Mater Ecclesiae" in den Vatikanischen Gärten zurück. Seither trat er nur bei wichtigen Heiligsprechungen und anlässlich seines 90. Geburtstags öffentlich auf.

Der Brief

Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) dokumentiert den Brief in eigener Übersetzung:

Vatikanstadt, 5. Februar 2018

Herrn Dr. Massimo Franco Via Campania, 59/c 00187 Rom

Lieber Dr. Franco,

ich bin bewegt, dass so viele Leser Ihrer Zeitung wissen möchten, wie ich diese letzte Phase meines Lebens verbringe. Dazu kann ich nur sagen, dass ich - während die physischen Kräfte langsam schwinden - innerlich auf der Wallfahrt nach Hause bin. Es ist für mich eine große Gnade, auf diesem letzten Stück meines mitunter etwas mühevollen Wegs von einer Liebe und Güte umgeben zu sein, die ich mir nicht hätte vorstellen können. In diesem Sinn betrachte ich auch die Frage Ihrer Leser als ein Stück Wegbegleitung. Dafür kann ich mich nur bedanken; meinerseits versichere ich Sie alle meines Gebets.

Herzliche Grüße


Quelle:
KNA , epd