Belgischer Politiker lobt Papst für Einsatz im Kongo

"Papst Franziskus hat die richtigen Worte gefunden"

Auch in der ehemaligen Kolonialmacht Belgien begrüßt man den Auftritt des Papstes in der Demokratischen Republik Kongo. Papst Franziskus habe die richtigen Worte gefunden, um Afrika zurück in die Nachrichten zu bringen.

Eine Frau im Kongo betrachtet ein Foto von Papst Franziskus auf ihrem Handy / © Moses Sawasawa (dpa)
Eine Frau im Kongo betrachtet ein Foto von Papst Franziskus auf ihrem Handy / © Moses Sawasawa ( dpa )

Gleichzeitig habe er vor der Tragödie im Ostkongo gewarnt, so zitierten kongolesische Medien am Freitag den ehemaligen Präsidenten der belgischen Abgeordnetenkammer, Andre Flahaut.

Bis zu zehn Millionen Menschen kamen unter dem Regime von König Leopold II. ums Leben

Belgiens Herrschaft in "Belgisch-Kongo" endete 1960. Vor Beginn der offiziellen Kolonialherrschaft ab 1908 hatte König Leopold II. das Gebiet der heutigen Demokratischen Republik Kongo als Privatbesitz ausgebeutet. Experten vermuten, dass zwischen acht und zehn Millionen Menschen unter seinem Regiment ums Leben kamen. Die Auswirkungen der Schreckensherrschaft sind laut Experten bis heute spürbar. 

Zu Wochenbeginn betonte Belgiens König Philippe, er wolle weiterhin mit der Regierung in Brüssel zusammenarbeiten, um den Konflikt im Ostkongo zu beenden. Flahaut nannte diese und Papst Franziskus' Äußerungen "positiv" für Afrika im Allgemeinen und speziell für den Kongo.

Demokratische Republik Kongo

Die Demokratische Republik Kongo ist nach Algerien der zweitgrößte Flächenstaat Afrikas und fast siebenmal so groß wie Deutschland. Auf einem Gebiet, das etwa einem Viertel der Größe der USA entspricht, leben rund 90 Millionen Menschen. Der Kongo ist ein Vielvölkerstaat mit mehr als 200 Ethnien. Das Land im Zentrum Afrikas, das von 1971 bis 1997 Zaire hieß, hat gemeinsame Grenzen mit Kongo-Brazzaville, der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia und Angola.

Eine Hütte an einem Hang in Burhale im Kongo ist von Bäumen und Stauden umgeben / © Harald Oppitz (KNA)
Eine Hütte an einem Hang in Burhale im Kongo ist von Bäumen und Stauden umgeben / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA