Bayerns Bischöfe warnen vor Normalisierung von Rechtsextremismus

"Demokratie ist keine gemähte Wiese"

Zwei Tage haben sich Bayerns katholische Bischöfe in Bamberg beraten. Ein Ergebnis ist ein eindringlicher Appell für die Demokratie. Die Wehrpflicht und Wahlen waren ebenso Thema. Und was ist mit dem Eintritt für Kirchen?

Autor/in:
Hannah Krewer
Im Bamberg haben die bayerischen Bischöfe beraten / © cytoplasm (shutterstock)
Im Bamberg haben die bayerischen Bischöfe beraten / © cytoplasm ( shutterstock )

Zum Abschluss ihrer zweitägigen Beratungen in Bamberg haben Bayerns katholische Bischöfe zum Einsatz für die Demokratie aufgerufen. Gerade die Normalisierung rechtsextremer Positionen betrachte man mit großer Sorge, sagte Münchens Kardinal Reinhard Marx am Donnerstag. Er sitzt der Freisinger Bischofskonferenz vor. 

Ein Problem sei auch, dass Kommunalpolitiker zunehmend Hass, Hetze und Gewalt erführen. Für die Demokratie sei es notwendig, dass diejenigen, die die Gabe hätten, Kommunen mitzugestalten, ermutigt und mitgetragen würden. Problematisch werde es, wenn niemand mehr kandidieren wolle.

Reinhard Kardinal Marx / © Daniel Löb (dpa)
Reinhard Kardinal Marx / © Daniel Löb ( dpa )

Die Bischöfe mahnten eine prinzipielle Bereitschaft zu vernünftigem Diskurs und Konsens an. Die Demokratie sei keine gemähte Wiese, dafür müsse man richtig arbeiten, sagte Marx. Manche hätten noch nicht begriffen, "dass es um die Wurst geht beziehungsweise um die Demokratie". Das gelte auch für junge Leute, denen er bisweilen sage:

"Da liege ich schon lang im Grab, da werdet ihr noch um die Freiheit kämpfen. Das ist das Programm der nächsten Jahrzehnte."

Wehrpflicht-Debatte begleiten

Auch zur Debatte um die Wehrpflicht und Musterung äußerten die Bischöfe sich: Jugendliche, die sich Sorgen machen, bräuchten gute seelsorgliche Begleitung. Die anderen Bischöfe hätten berichtet, dass junge Leute angesichts der Weltlage wirklich Angst hätten, sagte Marx. Die Jugendseelsorge müsse da zur Seite stehen und zum Beispiel Gesprächsangebote machen.

Marx wies darauf hin, dass junge Menschen sich bei diesem Thema in einer neuen Situation befänden: In früheren Zeiten hätten sie in älteren Jahrgängen Ansprechpartner gefunden. Jetzt seien sie mit einem Thema konfrontiert, das lange gar nicht aufgekommen sei.

Kein Eintritt in Bayerns Kirchen

Überlegungen, Eintritt für den Besuch von Kirchen zu verlangen, erteilte Marx für Bayern eine Absage. Die Bischöfe hätten zwar nicht darüber gesprochen. "Aber ich glaube, das ist in Bayern kein Thema. Wir freuen uns, wenn viele Menschen, gerade in den touristischen Orten und Landschaften Bayerns, die Kirchen besuchen und eine Kerze anstecken."

Liebfrauendom in München / © Giongi63 (shutterstock)

Die Verwaltung des Kölner Doms hatte zuletzt mitgeteilt, dass der Dom ab der zweiten Jahreshälfte eine Zugangsgebühr für Touristen erhebt.

Wer zum Gottesdienstbesuch oder zum Gebet kommt, soll dies aber weiter kostenfrei tun können. Auch das Bistum Aachen hatte einen solchen Eintritt für die Zukunft nicht ausgeschlossen, wie eine Recherche des Portals katholisch.de ergab.

Beteiligung bei Pfarrgemeinderatswahl

Erfreut zeigten sich die Bischöfe über die Beteiligung bei der Pfarrgemeinderatswahl Anfang März. Diese habe nach letztem Auszählungsstand bei rund 14,9 Prozent gelegen – ein Plus von etwa 2,2 Prozentpunkten. Am höchsten war sie demnach im Bistum Eichstätt mit 23,5 Prozent. 

Danach folgten Würzburg mit 17,8 Prozent sowie München und Freising mit 17,6 Prozent. In Eichstätt sowie in München und Freising sei erstmals auch eine Online-Abstimmung möglich gewesen. In allen (Erz-)Bistümern habe die Wahlbeteiligung bei einem zweistelligen Prozentanteil gelegen.

Quelle:
KNA