DOMRADIO.DE: Rund 500 Fahrten organisieren Sie jedes Jahr. Etwa 10.000 Gäste mit christlicher Prägung machen Touren über das Bayerische Pilgerbüro. Was macht Ihre Reisen aus?
Giovanni Pizzolante (Bayerisches Pilgerbüro): Bei unseren Pilgerreisen ist immer auch eine geistliche Begleitung dabei. Das ist etwas Besonderes. Neben dem sogenannten technischen Reiseleiter, der eher auf die Sehenswürdigkeiten eingeht, betreut ein Geistlicher, ein Diakon, die Gäste. Man kann sich beraten lassen, beziehungsweise er kümmert sich, wenn jemandem etwas auf der Seele drückt.
DOMRADIO.DE: Welche Pilgertrends sehen Sie für das Jahr 2026? Welche Reiseziele sind besonders beliebt?
Pizzolante: Wir haben nach wie vor Italien im Trend, obwohl letztes Jahr erst das Heilige Jahr war. Aber auch Fátima in Portugal. Speziell ist dieses Jahr auch Assisi gefragt, weil in Assisi das 800-jährige Jubiläum des Heimgangs des Heiligen Franziskus' gefeiert wird. Für Assisi und für Italien insgesamt ist das ein ganz wichtiger Anlass. Und für uns natürlich auch, da wir drei Busreisen veranstalten, um interessierte Pilger nach Assisi bringen zu können.
Eine weitere Besonderheit: 2027 wird ein Heiliges Jahr in Santiago de Compostela sein. Zur Eröffnung der Heiligen Pforte bieten wir eine schöne Reise über Silvester an. Das ist zwar noch etwas hin, aber wenn der eine oder andere sich dafür interessiert, sollte man das durchaus im Kopf haben.
DOMRADIO.DE: Nach dem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas sind auch dort die ersten Pilgergruppen wieder unterwegs. Wie bereiten Sie sich darauf vor, wieder nach Israel zu reisen?
Pizzolante: Wir haben insbesondere zwei Reisen ausgearbeitet; das sind gewissermaßen unsere Klassiker. "Israel und Palästina: auf den Spuren Jesu" und "Israel und Jordanien: diesseits und jenseits des Jordans". Wir bereiten diese Reisen vor. Beide Reisen kann man buchen, sobald das Auswärtige Amt die Reisewarnung aufhebt, denn daran sind wir gebunden.
Wir stehen quasi in den Startlöchern. Wir organisieren die Reise jetzt schon und nehmen Buchungen an, um die Planung möglichst sicher zu halten. Je nachdem, wie sich die politische Lage entwickelt, müssen wir situativ reagieren. Sobald das Auswärtige Amt die Reisewarnung aufhebt, kann man fahren.
DOMRADIO.DE: Sie sind am kommenden Wochenende auch auf der Stuttgarter Reisemesse präsent. Kann man sich dort mit Ihnen über solche Reisen und Fragen austauschen?
Pizzolante: Ja. Wir haben zwei Kolleginnen am Stand, die dort beratend zur Seite stehen. Man kann sich natürlich über unser gesamtes Portfolio informieren. Über Pilgerreisen, aber auch über Studienreisen und Wanderreisen – und natürlich über den Jakobsweg.
Das Interview führte Marcus Poschlod.