"Mein Eindruck ist, dass viele Menschen heute gerne einen oberflächlichen, äußeren Glanz zur Schau stellen, aber sich sehr davor hüten, tiefer zu blicken", sagte der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl. Oft bestehe im Leben durch einen fehlenden Halt "akute Einsturzgefahr", so Gössl mit Blick auf die Schäden, die an der Kirche Sankt Michael behoben werden mussten. Christen fänden diesen Halt in Gott und könnten so die dunklen Seiten des Lebens bekämpfen.
Erde bewahren, nicht ausbeuten
Die bedeutende Klosteranlage Sankt Michael mit ihrer über 1.000 Jahre alten Kirche liegt hoch über Bamberg. Bis zur Säkularisation 1803 lebten dort Benediktiner. Im November 2012 hatten sich Putz- und Steinstücke aus der Decke des Kirchenschiffs gelöst und waren auf eine leere Kirchenbank gefallen. Anschließend war die Kirche für die Öffentlichkeit gesperrt worden. Experten hatten festgestellt, dass die Gewölbe sich absenkten und das Mauerwerk Risse aufwies; auch an vielen anderen Stellen waren Mängel gefunden worden.
Gössl ging auch auf den sogenannten Himmelsgarten der Michaelskirche ein, ein bemaltes Deckengewölbe, das fast 600 Blumen und Heilkräuter zeigt. Er erinnerte daran, dass es nicht der Auftrag des Menschen sei, die Erde auszubeuten, sondern sie zu hüten und verantwortungsvoll mit ihr umzugehen.
Neue Glocken und Bürgerfest
Am Sonntag soll in Sankt Michael der erste öffentliche Gottesdienst mit Dompfarrer Markus Kohmann stattfinden. Ab 1. Mai ist die Kirche freitags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Bereits im vergangenen Dezember waren sechs neue Glocken für die Kirche installiert worden. Am 9. und 10. Mai plant die Stadt Bamberg zudem ein Bürgerfest in der ehemaligen Klosteranlage.