Bamberger Michaelskirche nach 14 Jahren wiedereröffnet

Ehemalige Abteikirche

Mit einem Gottesdienst ist die Bamberger Kirche Sankt Michael nach 14 Jahren und umfassender Sanierung am Samstag wiedereröffnet worden. Erzbischof Herwig Gössl mahnte in seiner Predigt zur ständigen Erneuerung von Kirche und Leben.

Blick in das Mittelschiff der Kirche St. Michael auf den Altar. Die ehemalige Abteikirche der Klosteranlage St. Michael wird nach 14-jähriger Sanierung wiedereröffnet.  / © Daniel Vogl/dpa (dpa)
Blick in das Mittelschiff der Kirche St. Michael auf den Altar. Die ehemalige Abteikirche der Klosteranlage St. Michael wird nach 14-jähriger Sanierung wiedereröffnet. / © Daniel Vogl/dpa ( dpa )

"Mein Eindruck ist, dass viele Menschen heute gerne einen oberflächlichen, äußeren Glanz zur Schau stellen, aber sich sehr davor hüten, tiefer zu blicken", sagte der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl. Oft bestehe im Leben durch einen fehlenden Halt "akute Einsturzgefahr", so Gössl mit Blick auf die Schäden, die an der Kirche Sankt Michael behoben werden mussten. Christen fänden diesen Halt in Gott und könnten so die dunklen Seiten des Lebens bekämpfen.

Die ehemalige Abteikirche der Klosteranlage St. Michael wird nach 14-jähriger Sanierung wiedereröffnet. Susanne Fischer, Abteilungsleiterin Baudenkmalpflege vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, macht im Hochchor von St. Michael gerade ein Foto.  / © Daniel Vogl/dpa (dpa)
Die ehemalige Abteikirche der Klosteranlage St. Michael wird nach 14-jähriger Sanierung wiedereröffnet. Susanne Fischer, Abteilungsleiterin Baudenkmalpflege vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, macht im Hochchor von St. Michael gerade ein Foto. / © Daniel Vogl/dpa ( dpa )

Erde bewahren, nicht ausbeuten

Die bedeutende Klosteranlage Sankt Michael mit ihrer über 1.000 Jahre alten Kirche liegt hoch über Bamberg. Bis zur Säkularisation 1803 lebten dort Benediktiner. Im November 2012 hatten sich Putz- und Steinstücke aus der Decke des Kirchenschiffs gelöst und waren auf eine leere Kirchenbank gefallen. Anschließend war die Kirche für die Öffentlichkeit gesperrt worden. Experten hatten festgestellt, dass die Gewölbe sich absenkten und das Mauerwerk Risse aufwies; auch an vielen anderen Stellen waren Mängel gefunden worden.

Wiedereröffnung Kirche St. Michael nach Sanierung / © Daniel Vogl (dpa)
Wiedereröffnung Kirche St. Michael nach Sanierung / © Daniel Vogl ( dpa )

Gössl ging auch auf den sogenannten Himmelsgarten der Michaelskirche ein, ein bemaltes Deckengewölbe, das fast 600 Blumen und Heilkräuter zeigt. Er erinnerte daran, dass es nicht der Auftrag des Menschen sei, die Erde auszubeuten, sondern sie zu hüten und verantwortungsvoll mit ihr umzugehen.

Neue Glocken und Bürgerfest

Am Sonntag soll in Sankt Michael der erste öffentliche Gottesdienst mit Dompfarrer Markus Kohmann stattfinden. Ab 1. Mai ist die Kirche freitags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Bereits im vergangenen Dezember waren sechs neue Glocken für die Kirche installiert worden. Am 9. und 10. Mai plant die Stadt Bamberg zudem ein Bürgerfest in der ehemaligen Klosteranlage.

Geschichte des Erzbistums Bamberg

Auf der Reichssynode in Frankfurt, die am 1. November 1007 begann und die von acht Erzbischöfen und 27 Bischöfen besucht war, erwirkte König Heinrich II., der 1014 die Kaiserwürde erlangte, die Gründung des Bistums Bamberg aus Teilen von Würzburg und Eichstätt. Noch auf der Synode wurde Eberhard, des Königs Kanzler, vom Mainzer Erzbischof Willigis zum Oberhirten des neuen Grenzlandbistums geweiht. Ebenfalls noch auf der Synode wurde dem Bistum reiche Schenkungen verbrieft, um es auf eine solide Basis zu stellen.

Bamberger Reiter / © Andreas Zerndl (shutterstock)
Quelle:
KNA