Bätzing weiht neue Benediktineräbtissin von Sankt Hildegard

"Ein hochzeitlicher Moment"

Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat am Wochenende die Benediktinerin Katharina Drouve zur neuen Äbtissin der Abtei Sankt Hildegard in Rüdesheim-Eibingen geweiht. Sie ist die 41. Nachfolgerin der heiligen Hildegard von Bingen

Abtei Sankt Hildegard / © Sina Ettmer Photography (shutterstock)
Abtei Sankt Hildegard / © Sina Ettmer Photography ( shutterstock )

Die Neuwahl einer Äbtissin war notwendig geworden, weil Vorgängerin Dorothea Flandera die Altersgrenze von 70 Jahren erreicht hatte und ihr Amt zur Verfügung gestellt hatte. Drouve war bisher Priorin (Vorsteherin) des Klosters.

Äbtissinnenring und Hirtenstab

Wenn eine Nachfolgerin der heiligen Hildegard die Äbtissinnenweihe empfange, sei das "ein besonderer, ein hochzeitlicher Moment", betonte Bätzing. Eingerahmt von zwei Mitschwestern lag die Benediktinerin während der Weihe ausgestreckt auf dem Boden vor dem Altar.

Bischof Georg Bätzing / © Martin Jehnichen (KNA)
Bischof Georg Bätzing / © Martin Jehnichen ( KNA )

Danach sprach der Bischof das feierliche Segensgebet und übergab ihr die Benediktusregel mit den Worten: "Leiten Sie nach dieser Regel des heiligen Benedikt die Gemeinschaft, die ihnen vor Gott anvertraut ist." Außerdem steckte ihr den Äbtissinnenring an und übergab ihr den Stab als Zeichen ihres Hirtinnenamtes.

"Ermutigung und Freude"

Das Leben der Ordensfrauen strahle aus und sei ein Zeichen, sagte Bätzing in seiner Predigt. Das zeigten auch die vielen Tausend Besucher und Besucherinnen und die vielen Menschen, die sich auf ihrem spirituellen Weg der Gemeinschaft anvertrauten: "Das hat Bedeutung gerade in diesen Zeiten, in denen die Strahlkraft und Glaubwürdigkeit der Kirche so verdunkelt scheint."

Blick vom Weinberg auf die Benediktinerinnenabtei Sankt Hildegard und Klosterkirche / © Julia Steinbrecht (KNA)
Blick vom Weinberg auf die Benediktinerinnenabtei Sankt Hildegard und Klosterkirche / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Die neue Äbtissin sagte in ihrem Schlusswort, sie sehe es als große "Ermutigung und Freude", dass so viele Menschen seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten dem Kloster die Treue hielten.

Seit 40 Jahren in der Abtei

Katharina Drouve wurde am 7. September 1961 in Leverkusen geboren und studierte nach dem Abitur Sonderpädagogik mit den Fächern Deutsch und Religion. Sie trat 1983 in die Abtei Sankt Hildegard ein und legte 1985 ihr Gelübde ab. Viele Menschen im Kloster und außerhalb kennen sie durch ihre langjährige Tätigkeit als Novizenmeisterin und im Gästehaus des Klosters.

Das Kloster Sankt Hildegard steht in der Nachfolge des 1150 von der Namensgeberin und Kirchenlehrerin gegründeten Kloster Rupertsberg. Die Ur-Anlage an der Nahe-Mündung in Bingen wurde im Dreißigjährigen Krieg 1632 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Abtei in Rüdesheim entstand ab 1904.

Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen war eine der bedeutendsten Frauen des Mittelalters. Ihr genaues Geburtsdatum ist nicht überliefert; doch geht die Forschung davon aus, dass sie 1098 im rheinhessischen Bermersheim zu Welt kam. Schon im Alter von acht Jahren übergaben ihre Eltern die Tochter zur Erziehung an Jutta von Sponheim, die sich bei der Abtei Disibodenberg in der Rheinpfalz niedergelassen hatte. Nach dem Tod ihrer Lehrerin übernahm Hildegard die Leitung.

Statue der Hildegard von Bingen / © Julia Steinbrecht (KNA)
Statue der Hildegard von Bingen / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA