Australische Bischöfe im Vatikan

Missbrauch Thema

Kirche in Australien. Im Juni wurde Kardinal Pell wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch angeklagt. Das verbinden derzeit viele mit der Kirche im Land. Doch: Wie geht es der Kirche vor Ort? Das wurde jetzt in Rom erörtert.

Denis Hart (l.), Erzbischof von Melbourne und Stephen Brislin, Erzbischof von Kapstadt  / © Paul Haring (KNA)
Denis Hart (l.), Erzbischof von Melbourne und Stephen Brislin, Erzbischof von Kapstadt / © Paul Haring ( KNA )

Spitzenvertreter der Australischen Bischofskonferenz haben in den vergangenen Tagen in Rom mit Vertretern des Heiligen Stuhls die derzeitige Lage der katholischen Kirche im Land erörtert. Dabei ging es auch um die Untersuchungen der staatlichen Kommission zum Umgang verschiedener Institutionen mit Missbrauchsfällen in Australien, wie das vatikanische Presseamt am Samstag ohne Angabe weiterer Details dazu mitteilte. Der aus Australien stammende Kurienkardinal George Pell muss sich wegen Missbrauchsvorwürfen im März 2018 einer umfassenden inhaltlichen Anhörung in Melbourne stellen.

Die australische Delegation, angeführt von Denis Hart, Vorsitzender der Bischofskonferenz und Erzbischof von Melbourne, traf sich laut Vatikan bereits am Donnerstag mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. An der Begegnung nahmen demnach auch Harts Stellvertreter, Erzbischof Mark Coleridge, sowie der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Kirche in Australien, Neville Owen, teil. Weiter waren der vatikanische "Außenminister", Erzbischof Paul Gallagher, sowie der Vorsitzende der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, und der Sekretär der Glaubenskongregation, Erzbischof Giacomo Morandi, anwesend. Kardinal Ouellet wurde zudem diesen Samstag vom Papst in Audienz empfangen.

Anklage Kardinal Pells wegen sexuellem Missbrauchs

Die Polizei hatte Kardinal Pell im Juni wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch männlicher Jugendlicher angeklagt. Papst Franziskus hatte den Kirchenmann für die Prozessdauer von seinen Aufgaben als Finanzminister des Vatikan freigestellt. In dieser Funktion ist Pell einer der einflussreichsten Kardinäle an der Spitze der katholischen Kirche.

Der Kardinal war bereits im Oktober 2016 in Rom von australischen Polizisten zu den Missbrauchsvorwürfen befragt worden. Pell bestreitet die Vorwürfe entschieden. Der ehemalige Erzbischof von Melbourne und Sydney gilt als der ranghöchste katholische Geistliche, der sich bisher einem Missbrauchsverfahren stellen musste.

Quelle:
KNA
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