Aus Nicaragua verbannte Priester kommen nach Rom

Einer fehlt

Zwölf aus Nicaragua abgeschobene Priester werden noch am Donnerstagnachmittag in Rom erwartet. Der Heilige Stuhl ist wohl um die Aufnahme der Geistlichen gebeten worden, die kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden seien.

Blick auf den Petersplatz in Rom. / © Sergiu Leustean (shutterstock)
Blick auf den Petersplatz in Rom. / © Sergiu Leustean ( shutterstock )

Das bestätigte Vatikansprecher Matteo Bruni. "Der Heilige Stuhl hat zugestimmt, sie werden am Nachmittag von einem Beamten des Staatssekretariats empfangen und in einigen Einrichtungen der Diözese Rom untergebracht", teilte Bruni mit.

Bischof Alvarez ist nicht dabei

Zuvor hatten Medien in Nicaragua berichtet, die verbannten Priester würden in den Vatikan geschickt. Nicht unter den Freigelassenen befindet sich demnach der zu einer langen Haftstrafe verurteilte Bischof Rolando Alvarez.

Nicaraguas Kirche, Nichtregierungsorganisationen und unabhängige Medien kritisierten in den vergangenen Jahren immer wieder die Menschenrechtsverletzungen der linksgerichteten Regierung von Präsident Daniel Ortega und Vizepräsidentin Rosario Murillo. Inzwischen sind fast 4.000 Nichtregierungsorganisationen verboten worden.

Regierung geht gegen die Kirche vor

Die Ortega-Regierung ließ auch kirchliche Einrichtungen und Universitäten schließen und ging gezielt gegen Kirchenvertreter vor. Mehrere Geistliche wurden verhaftet und teilweise zu langen Haftstrafen verurteilt, darunter auch Bischof Alvarez.

Jüngst wurden mehr als 200 politische Gefangene ausgebürgert und in die USA ausgeflogen, darunter katholische Priester.

Bischof Alvarez in Nicaragua zu 26 Jahren Haft verurteilt

Mit einem drakonischen Urteil will das sandinistische Regime in Nicaragua ein Exempel statuieren, um kritische Stimmen im Land einzuschüchtern: Der Bischof von Matagalpa muss für mehr als 26 Jahre ins Gefängnis. "Ich will keinen neuen Märtyrer-Bischof in Lateinamerika": Mit diesen Worten beorderte Papst Franziskus Managuas Weihbischof Silvio Baez schon vor einigen Jahren ins Exil. Nur widerwillig und "im Geiste des Gehorsams" verließ der prominente Kritiker des sandinistischen Regimes Ende April 2019 seine Heimat Nicaragua.

Schattenumriss Gefängnis / © Felix Kästle (dpa)
Schattenumriss Gefängnis / © Felix Kästle ( dpa )
Quelle:
KNA