Italiens Bischöfe: "Größtmögliche Kooperation" gegen Coronavirus

Auch Beitrag der Kirche

Wegen zahlreicher neuer Coronavirus-Infektionen sieht sich Italiens Bischofskonferenz in einer Handlungspflicht. Kirchenmitarbeiter und Einrichtungen sollen zu "voller Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden" aufgerufen werden.

Coronavirus / © helloabc (shutterstock)

Die Kirche wolle ihren Teil dazu beitragen, "Verluste und Ängste zu verringern". Es komme jetzt darauf an, der "schwierigen Situation" mit "Realismus, Vertrauen und Hoffnung" zu begegnen.

Da die derzeit rund 220 Infektionsfälle im Land sehr unterschiedlich verteilt sind - die meisten in der Lombardei, Venetien und der Emilia-Romagna -, fallen die Maßnahmen der Bistümer unterschiedlich aus. So haben Mailand, Padua und Venedig für diese Woche lle öffentlichen Gottesdienste und kirchlichen Versammlungen abgesagt. In den Regionen weiter südlich sind fast keine Infektionsfälle mit Covid-19 bekannt; Gottesdienste finden dort weiterhin normal statt.

Kinderkrankenhaus in Rom: Coronavirus nicht politisieren

Unterdessen warnt die Leiterin des Päpstlichen Kinderkrankenhauses "Bambino Gesu" in Rom, Mariella Enoc, vor einer Politisierung der Krise. Mit Blick auf andere Virusepidemien wie die Spanische Grippe, die normale Influenza oder auch Sars gelte es, Verhältnismäßigkeit zu wahren, sagte Enoc am Montag bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung der diesjährigen Fastenbotschaft des Papstes.

Das einzige, was sie tatsächlich beunruhige, sei die Möglichkeit, dass sich das Virus Covid-19 in Afrika ausbreitet. Dort sei man wesentlich schlechter auf solche Infektionen vorbereitet, so Enoc, die mehrfach persönlich Hospitäler in Zentralafrika mit eingerichtet hat. Für das "Bambino Gesu"-Kinderkrankenhaus bestehe derzeit keine erhöhte Alarmbereitschaft. So sei bislang kein Fall einer Covid-Infektion bei Kindern in Italien bekannt.

Im Vatikan hat man nach Aussage von Pressesprecher Matteo Bruni bislang keine besonderen Maßnahmen ergriffen. Angesichts der Lage in der Region Latium, mit deren Behörden man in ständigem Kontakt sei, bestehe dazu aktuell kein Anlass. Allenfalls an einigen Eingangspunkten in den Vatikanstaat mit viel Publikumsverkehr habe man Vorrichtungen zur Desinfektion der Hände aufgestellt.

Coronavirus könnte zu Matzen-Knappheit führen

Das Coronavirus könnte möglicherweise die traditionelle Speisefolge zum jüdischen Pessachfest gefährden. Weil viele Israelis aus Angst vor Ansteckung geplante Reisen absagen, könnte es zu einer erhöhten Nachfrage nach ungesäuerten Broten (Matzen) kommen, auf die man nicht vorbereitet sei, berichten die Zeitungen "Jerusalem Post" und "Ynet-News" (Montag). Traditionell gilt das achttägige Pessach als beliebte Reisezeit für Israelis.

Mit einem Mangel und Preisanstiegen sei auch bei für das Fest genutzten Haushaltsartikeln wie Plastikgefäßen und –geschirr zu rechnen. Bei den üblicherweise aus China bezogenen Produkten komme es derzeit zu massiven Lieferverzögerungen. Vergleichbare Produkte aus der Türkei seien rund 20 Prozent teurer.

Pessach, das in diesem Jahr mit dem Sonnenuntergang des 8. April beginnt, erinnert an die Befreiung des Volkes Israel aus ägyptischer Gefangenschaft. Während sieben Tagen darf kein nichts Gesäuertes (Chametz) gegessen, besessen oder gehandelt werden. Als Chametz gelten Getreidesorten, bei denen im Kontakt ein Säuerungsprozess eintritt.


Das jüdische Pessachfest / © Marie Accomiato (KNA)
Das jüdische Pessachfest / © Marie Accomiato ( KNA )
Quelle:
KNA