Katholische Krankenhäuser plädieren für Reformen

Appell an neue Regierung

Die katholischen Krankenhäuser in Deutschland fordern von der Ampel-Koalition schnelle Reformen im Gesundheitswesen. Dringend notwendig seien bessere Rahmenbedingungen für das Personal sowie eine Reform der Krankenhausfinanzierung.

Pflegepersonal im Krankenhaus / © Rob Engelaar/ANP (dpa)
Pflegepersonal im Krankenhaus / © Rob Engelaar/ANP ( dpa )

Zudem sprach sich der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd) in Berlin für gleiche Bedingungen für private, kommunale und freigemeinnützige/kirchliche Krankenhäuser aus.

Der kkvd-Vorsitzende Ingo Morell kritisierte die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), diesmal nur ausgewählten Pflegekräften eine Corona-Prämie zu zahlen. Das führe bei den Belegschaften zu Verwunderung und Frustration.

Corona-Steuerfreibetrag statt Prämie

"Die Herausforderungen der Pandemie meistern alle Mitarbeitenden in den Kliniken gemeinsam. Alle sind wichtig und werden gebraucht, vom ärztlichen Dienst über die Pflegekräfte bis zum Reinigungspersonal." Daher wäre es richtig, statt einer Corona-Prämie für wenige in den Jahren 2021 und 2022 einen Corona-Steuerfreibetrag für alle Klinikbeschäftigten einzuführen. Die Bundesregierung hatte angekündigt, für den Coronabonus eine Milliarde Euro bereitzustellen.

Darüber hinaus forderte der kkvd-Vorsitzende, die im Koalitionsvertrag angekündigte Regierungskommission zur Reform der Krankenhausplanung und -finanzierung zügig einzusetzen. Dringlich sei vor allem eine bessere Finanzierung: Das leistungsbezogene Fallpauschalensystem müsse um die Erstattungen von Vorhaltekosten für Personal und Infrastruktur ergänzt werden, so Morell.

Kliniken mehr in ambulante Versorgung einbinden

"Das gilt insbesondere für ländliche Gebieten mit niedrigen Bevölkerungszahlen." Angesichts des Praxissterbens sei es zudem notwendig, die Kliniken mehr in die ambulante Versorgung einzubinden. So könnten Versorgungslücken geschlossen werden.

Morell (63), der auch Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ist, war Ende November zum kkvd-Vorsitzenden gewählt worden.

Bei seiner konstituierenden Sitzung wählte der kkvd-Vorstand jetzt Ansgar Veer (58) aus Lingen zum stellvertretenden Vorsitzenden. Veer ist seit 2012 Hauptgeschäftsführer der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft im niedersächsischen Lingen.

Der kkvd vertritt nach eigenen Angaben bundesweit 283 Allgemein- und Fachkrankenhäuser mit 88.000 Betten. Hinzu kommen 54 Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation. Die 207.000 Mitarbeitenden versorgen jedes Jahr rund 3,5 Millionen Patientinnen und Patienten stationär.

Quelle:
KNA