Neuer Missbrauchsverdacht im Bistum Hildesheim

Anzeichen für pädosexuelle Veranlagung

Im Bistum Hildesheim gibt es Hinweise auf einen neuen möglichen Missbrauchsfall. Ein 2019 gestorbener Priester soll 2015 sexualisierte Gewalt gegen einen Jungen ausgeübt haben, teilte die Diözese am Montag in Hildesheim mit.

Symbolbild Missbrauch / © Julia Steinbrecht (KNA)
Symbolbild Missbrauch / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Ebenso gebe es Anzeichen dafür, dass der Mann eine pädosexuelle Veranlagung gehabt habe. Das Bistum gehe den Hinweisen nach. Der ehemalige Vorsitzende Richter am Landgericht, Wolfgang Rosenbusch, werde mit weiteren Fachleuten Nachforschungen betreiben.

Zuletzt Ruhestandsgeistlicher in Wolfenbüttel

Die Vorwürfe richten sich an einen vom Bistum als Georg M. bezeichneten Priester, der zuletzt ab 2009 als Ruhestandsgeistlicher in der Gemeinde Sankt Petrus in Wolfenbüttel eingesetzt war. Beim dortigen Pfarrer waren demnach Zeugenberichte über den Geistlichen eingegangen.

Dieser war den Angaben zufolge 1969 zum Priester geweiht worden und als Kaplan in Bad Gandersheim, Groß Ilsede, Salzgitter-Gebhardshagen und Uelzen tätig. Als Pastor oder Pfarrer habe der Beschuldigte später in Ronnenberg, Lehre, Salzgitter und Cuxhaven gewirkt.

Die eingesetzte Arbeitsgruppe werde die gesamte Priesterlaufbahn von Georg M. untersuchen, hieß es. Ergebnisse der Nachforschungen würden vom Bistum veröffentlicht und zudem der Gruppe externer Fachleute um Obfrau Antje Niewisch-Lennartz zur Verfügung gestellt.

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hatte die Gruppe um die Juristin, Grünen-Politikerin und frühere niedersächsische Justizministerin im April 2019 eingesetzt. Seither untersucht sie Missbrauchstaten während der von 1957 bis 1982 dauernden Amtszeit des früheren Bischofs Heinrich Maria Janssen (1907-1988). Ihm wird selbst Missbrauch vorgeworfen.

Betroffene sollen sich melden

Generalvikar Martin Wilk rief mögliche Betroffene auf, sich an die zuständigen Ansprechpersonen zu wenden. Im Bistum Hildesheim gibt es vier Ansprechpersonen für Verdachtsfälle des sexuellen Missbrauchs, die vom Bistum unabhängig sind. Auch der Bischöfliche Beraterstab in Fragen sexualisierter Gewalt ist mit externen Fachleuten besetzt.

Hildesheimer Dom bei Nacht / © Mapics (shutterstock)
Quelle:
KNA
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