Reformprozess: Bode will Fortschritte für Frauen und Homosexuelle

Anregungen für die Weltkirche

Bischof Franz-Josef Bode erhofft sich vom Reformprozess in der katholischen Kirche konkrete Schritte hin zur Weihe von Frauen zu Diakoninnen. Auch zum Pflichtzölibat und zur Segnung von homosexuellen Paaren wünscht er sich vom Synodalen Weg Impulse.

Beratungen über Reformen - synodaler Weg / © Harald Oppitz (KNA)
Beratungen über Reformen - synodaler Weg / © Harald Oppitz ( KNA )

Für den Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode ist es ein wichtiges Anliegen, die Position der Frauen in allen Bereichen des kirchlichen Lebens zu stärken. Er möchte Frauen weit mehr als bisher in gemeindliche und übergemeindliche Leitungsfunktionen eingebunden sehen, sagte er in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Frauen sollten verantwortlich am Verkündigungsdienst der Kirche beteiligt werden. "Wenn wir dieses Gesamtpaket erreichen könnten, dann wird sich die Kultur von Männern und Frauen verändern und dann werden wir auch über theologische Fragen anders diskutieren", betonte der Bischof, der das Frauenforum beim synodalen Weg leitet.

Mit dem "synodalen Weg" wollen die Bischöfe gemeinsam mit Laien und externen Experten im Zuge der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals Reformen anstoßen. Der Beratungsprozess hat am 1. Dezember begonnen und ist auf zwei Jahre angelegt. Die deutschen Bischöfe haben in der Frauenfrage teils unterschiedliche Meinungen

Pastorale Begleitung von homosexuellen Paaren 

In den moraltheologischen Fragen solle das Grundprinzip der Liebe der Maßstab sein für alle menschlichen Beziehungen bis hinein in Partnerschaft und Sexualität. "Wir sollten diesen Bereich positiver, menschennäher und lebensnäher angehen", so Bode. Dann müsse auch eine Segnung und pastorale Begleitung von homosexuellen Paaren ein Thema sein.

Bode warnte jedoch davor, den Reformprozess mit Maximalforderungen zu gefährden. Es sei nicht sinnvoll darauf zu bestehen, dass am Ende die Priesterweihe für Frauen erreicht sein müsse, oder umgekehrt, dass sich gar nichts ändern dürfe. Neuerungen könnten nur schrittweise und bei weltkirchlichen Fragen im ständigen Kontakt mit Rom erreicht werden.

Wohl aber könnten Teilkirchen der Weltkirche Anregungen geben, die zu Veränderungen führen könnten. Das habe die Amazonassynode mit ihrem Votum für die Priesterweihe verheirateter Männer gezeigt. Auch in Deutschland herrsche Priestermangel. Deshalb müsse überlegt werden, ob es hier verheiratete Männer geben könne, die den Dienst eines Priesters in einem Zivilberuf ausüben.

Für die Ökumene mit der protestantischen Kirche sei der katholische Reformprozess eine neue Herausforderung, sagte Bode. "Wir müssen uns noch bewusster werden, dass uns mehr eint, als trennt." Auch die Frage der Einheit der Kirche stelle sich dann neu. "Das finde ich sehr spannend."

Kardinal Woelki: Frauenfrage ist entschieden

Für den Kölner Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki ist die Frauenfrage keine, die in der Entscheidungsgewalt der Bischöfe liege. "Auch das Priestertum ist nicht von Menschen erfunden, sondern geht auf den Auftrag des Herrn zurück. Wenn wir das ernst nehmen, wird klar, dass deshalb die Frage nach dem Priestertum der Frau auch keine Frage ist, die in unserer Verfügungsgewalt liegt. Papst Johannes Paul II. hat diese Frage mit aller Verbindlichkeit für die gesamte Kirche bereits 1994 entschieden und Papst Franziskus hat diese Entscheidung seines Vorgängers wiederholt bekräftigt", sagte er in einer Predigt zum Fest Mariä Geburt am 8. September 2019. 

Bischof Franz-Josef Bode mit Blick auf eine Kirche / © Lars Berg (KNA)
Bischof Franz-Josef Bode mit Blick auf eine Kirche / © Lars Berg ( KNA )
Quelle:
epd , DR
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