Annäherung im Streit um katholische Schulen in Hamburg

Nach Demo

Damit hatte das Erzbistum Hamburg wohl nicht gerechnet. Nachdem sie angekündigt hatten, Schulen schließen zu müssen, bildete sich eine private Initiative, die gleich alle Schulen übernehmen will. Jetzt soll es aber eine Annäherung geben. 

Demo für den Erhalt katholischer Schulen in Hamburg  / © Axel Heimken (dpa)
Demo für den Erhalt katholischer Schulen in Hamburg / © Axel Heimken ( dpa )

Das Erzbistum Hamburg verkündete im Januar einige Schulen aus Finanznot schließen zu müssen. Ein Rechtsanwalt und ein Ex-Staatsrat kamen auf die Idee, alle katholischen Schulen in der Hansestadt übernehmen zu wollen. Doch komplett abgeben kam für das Bistum nicht in Frage. Jetzt soll es aber eine Annäherung geben. 

Denn ein erstes Gespräch zwischen Vertretern des Erzbistums Hamburg und der Genossenschaftsinitiative zum Erhalt der katholischen Schulen ist offenbar positiv verlaufen. "Die Teilnehmer haben verabredet, eine neue Form gemeinsamer Verantwortung für das katholische Schulwesen in Hamburg zu finden", hieß es in einer am Samstagabend veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.

Es bestehe Einigkeit darin, dieses zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Dazu solle ein Projektplan entworfen werden. "Bis zum Beginn der Hamburger Sommerferien am 5. Juli 2018 soll eine Lösung für alle wesentlichen Fragen gefunden werden."

Prekären wirtschaftlichen Lage des Erzbistums

Nähere Details, etwa ob die geplante Schließung von  bis zu 8 der 21 katholischen Schulen in der Hansestadt abgewendet werden kann, wurden zunächst nicht bekannt. Teilnehmer des Gesprächs waren Erzbischof Stefan Heße und Generalvikar Ansgar Thim sowie für die Initiative der Hamburger Rechtsanwalt Christian Bernzen und Ex-Staatsrat Nikolas Hill.

Das Erzbistum Hamburg hatte Ende Januar angekündigt, aufgrund seiner prekären wirtschaftlichen Lage bis zu 8 seiner 21 katholischen Schulen schließen zu müssen. Daraufhin war Anfang Februar eine private Initiative um Bernzen und Hill mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit gegangen, eine Genossenschaft zur Übernahme der katholischen Schulen zu gründen. Die Initiatoren hatten angekündigt, alle 21 katholischen Schulen übernehmen zu wollen und nicht nur die maroden 8. Das Erzbistum hatte unterdessen betont, Träger der verbleibenden 13 Schulen bleiben zu wollen.

Demonstrationen am Samstag

Die Genossenschaft hat bereits 1.200 Unterstützer, die rund 2,5 Millionen Euro zugesagt haben, wie Hill am Samstag bekanntgab. Zu den Geldgebern zählen zahlreiche Prominente wie Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD), der Aufsichtsratsvorsitzende der Hapag-Lloyd-AG, Michael Behrendt, der Geschäftsführer des "Zeit"-Verlags, Rainer Esser sowie die Dorit & Alexander Otto Stiftung. Insgesamt wollen die Initiatoren 10.000 Mitglieder gewinnen, die jeweils Anteile von mindestens 1.000-Euro erwerben sollen.

Am Samstagnachmittag hatten nach Polizeiangaben bereits rund 3.500 Menschen gegen die geplanten Schulschließungen demonstriert. Unter dem Motto "Aufbruch statt Abbruch - Rettet 21" zogen sie mit Plakaten und unter dem Klang zahlreicher kleiner Glocken durch die Innenstadt. Aufgerufen zu dem Protest hatten die Gesamtelternvertretung katholische Schulen und die Initiative "Rettet 21".

Quelle:
KNA