Prof. Dr. Dr. Hans Waldenfels

Am Abgrund des Nichts

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Düsseldorfer mittwochsgespräche stellt der bekannte Essener Fundamentaltheologe und Religionsphilosoph Hans Waldenfels Überlegungen zu einem ungewohnten Begriff an.

Explosion im Weltall / © N.N.  (shutterstock)

Mehr denn je leben wir in kritischen Zeiten, stehen wir an Abgründen, die für viele Menschen einen Absturz ins Nichts signalisieren. Der Jesuitenpater und ehemalige Leiter der Düsseldorfer mittwochsgespäche, Hans Waldenfels, weiß aber, dass die Rede vom Nichts mehrdeutig ist und am Ende sogar Licht und Hoffnung ausstrahlen kann. Aus der christlichen Tradition ist die "Schöpfung aus Nichts" bekannt, so dass der Eindruck entsteht, das Nichts sei eine Art Materie. Dass dem nicht so ist, war schon der griechischen und frühmittelalterlichen Philosophie und Theologie geläufig. Und gegen die dualistische Auffassung, dass die Welt aus dem Chaos einer vorhandenen Materie durch den Geist in einen Kosmos verwandelt würde, steht die radikale Rückführung der Welt auf einen Schöpfergott. Aber auch in der Welt des fernen Ostens hat das Nichts eine andere Bedeutung, als es uns zunächst erscheint.

Prof. Waldenfels hielt seinen Vortrag im Rahmen der mittwochsgespräche im Düsseldorfer Maxhaus im November 2021.


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