Der Altöttinger Wallfahrtsrektor und Stadtpfarrer Klaus Metzl rechnet in diesem Jahr mit einer guten Wallfahrtssaison. Die momentanen Krisen weltweit, aber auch in Deutschland etwa hinsichtlich hoher Energie- und Lebensmittelpreise, dürften sogar für einen Anstieg von Pilgern sorgen, sagte Metzl dem "Passauer Bistumsblatt". Die Menschen erlebten Bedrängnis und Not. Daher suchten sie verstärkt wieder Zuflucht bei der Mutter Gottes oder auch bei Gottesdiensten.
Der oberbayerische Marienwallfahrtsort gilt als "katholisches Herz Bayerns". Mehr als eine Million Menschen werden dort jährlich gezählt. Die vermutlich in Burgund oder am Oberrhein geschnitzte Marienfigur mit dem Jesuskind kam um 1330 nach Altötting, wo die Gottesmutter seit dem neunten Jahrhundert verehrt wird. Berichte von zwei Heilungswundern 1489 begründeten die Tradition der Wallfahrt. Städtepartnerschaften verbinden Altötting mit den Wallfahrtsorten Fatima, Loreto, Lourdes, Mariazell und Tschenstochau.
Mit Bischöfen Gössl und Oster
Am 1. Mai, zum Hochfest Marias als Schutzfrau Bayerns, wird in Altötting die Wallfahrtssaison mit einem Festgottesdienst eröffnet; in diesem Jahr geleitet vom Bamberger Erzbischof Herwig Gössl. Er sei als Weihbischof schon oft mit Pilgergruppen da gewesen, erinnerte Rektor Metzl. Auch sei es gute Tradition, dass sich zugleich der Passauer Bischof Stefan Oster als Ortsbischof angekündigt habe.
Der Brauch, sich mit einem Bild bei der Gottesmutter für ihre Hilfe in der Not zu bedanken, hat sich bis heute erhalten. Im Umgang der Gnadenkapelle finden sich rund 2.000 Votivtafeln aus mehreren Jahrhunderten. Auch das Herrscherhaus der Wittelsbacher, das Maria zur Schutzpatronin Bayerns machte, hat eine besondere Beziehung zu Altötting. Kurfürsten und Könige ließen ihre Herzen in silbernen Urnen in einer Wandnische nahe dem Gnadenbild bestatten.