Immer mehr Ältere in Deutschland sind von Armut bedroht

Altersarmut breitet sich weiter aus

Statistisch gesehen gibt es eine Armutsgrenze in Deutschland. Die liegt bei weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung. Doch Armut ist ein relativer Begriff. Bereits vor Corona waren immer mehr Menschen betroffen.

Immer mehr Ältere in Deutschland sind von Armut bedroht / © Perfectlab (shutterstock)
Immer mehr Ältere in Deutschland sind von Armut bedroht / © Perfectlab ( shutterstock )

Die Armutsgefährdung älterer Menschen in Deutschland ist deutlich gestiegen. Annähernd jeder fünfte Ältere ist betroffen, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag) berichtet. Im Jahr 2018 waren demnach 18,2 Prozent aller Menschen im Alter von 65 Jahren und älter in Deutschland von Armut bedroht, 2006 waren es noch 12,5 Prozent.

Das sei das Ergebnis einer Datenabfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Linke) beim Europäischen Statistikamt Eurostat.

Demnach waren im Jahr 2018 3,1 Millionen Menschen ab 65 Jahren von Armut bedroht. Im Jahr 2006 waren es noch 1,9 Millionen Menschen, deren Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle lag. Das ist ein Anstieg um 62 Prozent. Auch im Vergleich zum Jahr 2017 hat es laut den Daten einen Anstieg gegeben. Damals sind es 2,8 Millionen armutsgefährdete Menschen gewesen, die Armutsgefährdungsquote lag bei 17 Prozent.

Relativität der Armut

Armut ist statistisch betrachtet ein relativer Begriff. Menschen gelten als armutsgefährdet, die im Jahr der Erhebung weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung zur Verfügung haben. Als armutsgefährdet galt ein Alleinstehender in Deutschland im Jahr 2018 laut Eurostat, wenn er über maximal 13.628 Euro verfügte.

"Altersarmut breitet sich zunehmend in Deutschland aus", sagte die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann den Zeitungen. Die gesetzliche Rente müsse dringend gestärkt und armutsfest gemacht werden.

"Die Linke fordert zudem in der Corona-Krise einen Pandemie-Zuschlag von 200 Euro für alle Rentnerinnen und Rentner, die Grundsicherung im Alter beziehen, da Tafeln ihr Angebot eingeschränkt haben und es derzeit Probleme bei der Verfügbarkeit preisgünstiger Produkte gibt", sagte sie. Um Altersarmut vorzubeugen, müsse der Mindestlohn auf zwölf Euro erhöht werden, Tariflöhne müssten gestärkt werden, so die Linken-Abgeordnete.


Quelle:
KNA
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