Alle Wetter!

5. Januar-Woche: Katzenjammer und Sonne der Martina

"Wenn sich im Hartung die Katze in der Sonne streckt, sie im Hornung sich hinterm Ofen versteckt". DOMRADIO.DE -"Wetterprophet" Bernhard Michels verrät, was uns diese Bauernregel sagen will.

 (DR)

In einer kleinen Reihe beleuchtet "Wetterprophet" Bernhard Michels altes Wetterwissen und Bauernregeln. Ist etwas dran an dieser Weisheit zum Novemberwetter – das war und ist nicht sehr beliebt …

"Hartung und Hornung ist Alt-Hochdeutsch", erklärt Michels. "Die Bezeichnungen waren bis Anfang des 20 Jahrhunderts noch geläufig. Mit Hartung bezeichnete man den Januar, eine harte Zeit mit viel Eis und Schnee. Mit Hornung war der Februar gemeint und das ist höchstwahrscheinlich abgeleitet vom Vieh, weil die Kühe sich da "hornen" und die Hirsche ihre Geweihe abwerfen."

Wetterphänomene Wissenschaft und Bauernregeln

Wetterkapriolen narren selbst Wissenschaftler: Vorhersagen Tiefdruck- und Hochdruckgebiete ankündigen und großflächig Regengebiete oder wolkenlosen Himmel abbilden. Ob der Schauer dann wirklich im eigenen Garten runterkommt oder nicht, also lokale Wetterphänomene, kann man meistens nicht ablesen. Jedenfalls nicht am Wetterbericht.

Wie das Wetter im eigenen Umfeld wird, haben Bauern seit Jahrhunderten nicht nur beobachtet, sondern sie haben Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge mit Hilfe von Bauernregeln festgehalten und weitergegeben. Immer wieder werden von "Wetterpropheten" neue Zusammenhänge erkannt und gedeutet. Königskerze, Weinrebe oder Ameisenhügel – Wetterpropheten wagen anhand der ungewöhnlichsten Phänomene Vorhersagen.

Lostage der 5. Januar-Woche

Der Name Janus leitet sich von lat. ianua ab, was so viel wie Schwelle, Torbogen, Durchgang bedeutet, also jene(r)zum neuen Jahr. Flachs und Wolle musste gesponnen und dann auch verarbeitet werden. Im Laufe der Zeit haben sich Volksglaube, Wetterbeobachtungen und Wissen über die Natur zu Bauernregeln verwoben und mit bestimmten Tagen verbunden, den Lostagen. Von diesen sind die meisten Heiligengedenktage. Zwei aus dieser Woche:

 

29. Januar: hl. Valerius

Valerius († um 300) war der zweite Bischof von Trier, jedoch sind dessen frühen Bischöfe historisch nicht gesichert. Sein Sarkophag befindet sich in der Trierer Abteikirche St. Matthias.
 

Valerius und Adelgund
bringen Kält’ zu jeder Stund’.

 

30. Januar: hl. Martina

Martina (3. Jh.–um 230) lebte in Rom. Sie soll einer vornehmen Familie entstammen und Diakonin gewesen sein. Den Märtyrertod hätte sie durch Enthauptung oder durch Löwen erlitten. Sie ist Patronin der stillenden Mütter.

 

Bringt Martina Sonnenschein,
gibt’s viel Frucht und guten Wein.

 

Scheint an Martina die Sonne mild,
ist sie der guten Ernte Bild

 

 

(Zitate sind Auszug aus: Kurt Haberstich / Gerhard Hartmann, Wie Heilige unser Wetter bestimmen, topos premium Verlag / 20.60 €)


Bernhard Michels / © Heike Sicconi (DR)
Bernhard Michels / © Heike Sicconi ( DR )

Weltweit werden Christen verfolgt / © Katharina Ebel (KNA)
Weltweit werden Christen verfolgt / © Katharina Ebel ( KNA )

"Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser" / © Holger Hollemann (dpa)
"Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser" / © Holger Hollemann ( dpa )