130 religiöse Gebäude in Myanmar zerstört

Respekt vor religiösen Stätten schwindet

Bei den Kämpfen nach dem Militärputsch vor zwei Jahren in Myanmar sind laut Angaben des Hilfswerks "Kirche in Not" rund 130 religiöse Einrichtungen zerstört worden. Darunter sind auch buddhistische Klöster und christliche Kirchen.

Katholische Kirche in Myanmar unter Druck / © Paul Haring (KNA)
Katholische Kirche in Myanmar unter Druck / © Paul Haring ( KNA )

Ein Drittel der zerstörten religiösen Gebäude seien buddhistische Klöster und Pagoden, aber auch 19 Kirchen und andere christliche Gebäude seien darunter. "Je heftiger die Kämpfe werden, desto mehr schwindet der allgemeine Respekt vor religiösen Stätten", beklagte der Präsident des Hilfswerks, Thomas Heine-Geldern, am Dienstag in München.

"Jedes Haus, jedes Kloster, jeder Tempel oder jede Kirche, die vom Regime bombardiert werden, ist ein Angriff auf die Identität und den Zusammenhalt der Gemeinschaft", fügte er hinzu. Die Lage werde "immer schlimmer".

Katholische Pfarreien aufgegeben

Als besonders dramatisch beschrieb Heine-Geldern die Situation in den Verwaltungsbezirken Chin, Kayah und Karen, wo viele Christen lebten. Mindestens 16 katholische Pfarreien hätten aus Sicherheitsgründen aufgegeben werden müssen. "Viele Priester und Ordensleute haben ihre Gemeindemitglieder begleitet und im Dschungel oder in abgelegenen Gebieten Schutz gesucht." Den Vertriebenen fehle es am Nötigsten wie Lebensmittel, Decken, Brennholz oder Medikamenten. Die psychische und physische Belastung für Priester, Ordensleute und freiwillige Helfer sei enorm.

Dem Hilfswerk zufolge gehören rund acht Prozent der etwa 55 Millionen Einwohnern Myanmars einer christlichen Glaubensgemeinschaft an, ein bis zwei Prozent der Bevölkerung sind demnach katholisch.

Kirche in Not

KIRCHE IN NOT ist ein pastorales Hilfswerk, das sich rein aus Spenden finanziert. Es hilft vor allem bei der Aus- und Weiterbildung von Seminaristen, Priestern und Ordensleuten, bei Bau und Renovierung von Ausbildungsstätten und Kirchen, beim Übersetzen und Verlegen der Bibel und anderer religiöser Literatur und bei der Ausstrahlung religiöser Rundfunkprogramme.

KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe Deutschland e. V. (KiN)
KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe Deutschland e. V. / ( KiN )
Quelle:
KNA