Wochenimpuls

Weltpinguintag

In der kommenden Woche, näherhin am 25. April, ist wieder einer dieser kuriosen weltweiten Gedenk- beziehungsweise Bewusstseinstage: Die Welt begeht den Welttag des Pinguins. 

Es mag überraschen: Aber im Hinblick auf Partnerschaft und Aufzucht der Jungen gibt es Ähnlichkeiten zwischen Pinguinen und uns Menschen. Auch Pinguine bleiben ihren Partnern oft über Jahre, manchmal sogar lebenslang, treu. Beim Brüten, der Futtersuche und der Aufzucht der Jungen sind beide Elterntiere gleichberechtigt und wechseln sich ab.

Am überraschendsten ist für mich aber die Tatsache, dass es in den Kolonien sogar so etwas wie „Pinguin-Kitas“ gibt. Die Jungtiere werden gemeinsam von mehreren ausgewachsenen Pinguinen bewacht, während die Eltern auf Futtersuche gehen. Die Jungtiere sind so relativ sicher vor Fressfeinden und erfahren dadurch eine frühe Sozialisation mit Artgenossen in der Kolonie, in der sie leben.

Genau darum geht es auch in unseren für Menschen gemachten Kitas: Kinder sollen hier sicher betreut werden, während die Eltern arbeiten. Und vielleicht noch wichtiger: Die Kinder lernen früh und in geschütztem Rahmen, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. Ob es konfessionelle „Pinguin-Kitas“ gibt, kann ich nicht sagen. In unseren katholischen Kitas kommen jedenfalls zu den sozialen Fähigkeiten, die spielerisch vermittelt werden, noch die Glaubensweitergabe und die Vermittlung christlicher Werte an unsere Kinder hinzu. 

Für die Kitas im Erzbistum Köln gibt es seit letztem Jahr den Kita-Träger Katholino. Er sorgt für verlässliche pädagogische Standards und entlastet die Pfarrgemeinden, die bisher oft Träger der Kitas waren, vom anfallenden Verwaltungsaufwand. So arbeiten viele Menschen bei Katholino und in den Kitas jeden Tag daran, dass unsere Jüngsten nicht einfach nur verwahrt, sondern spielerisch und mit höchsten Standards auf das Leben vorbereitet werden - ganz wie bei den Pinguinen.

Ihr
Rainer Woelki, 

Erzbischof von Köln