Mit einem Trauergottesdienst in Berlin haben politische Weggefährten am Dienstag Abschied von der früheren Bundestagspräsidentin und Bundesministerin Rita Süssmuth (CDU) genommen. Der katholische Prälat Karl Jüsten erinnerte in seiner Predigt an Süssmuths Einsatz "bis zuletzt für Gleichberechtigung, besonders für Parität in den Parlamenten".
Er hob zudem ihr Engagement gegen Aids, für Migranten, gegen Rassismus, für soziale Gerechtigkeit und auch besonders für die Stabilität der Demokratie hervor. "Nehmen wir ihr Erbe an", sagte Jüsten. Vielleicht habe ein Grund für Süssmuths besondere Persönlichkeit auch in ihrer tiefen Verwurzelung im christlichen Glauben gelegen.
Zum Requiem in der St. Hedwigs-Kathedrale waren die Spitzen des Staates, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Bundeskanzler Friedrich Merz (beide CDU) gekommen.
Süssmuth war am 1. Februar im Alter von 88 Jahren gestorben. Sie war von 1988 bis 1998 Bundestagspräsidentin, zuvor Bundesministerin für Familie, Gesundheit und Frauen. Die Katholikin, die sich auch im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) engagierte, setzte sich insbesondere für die Gleichberechtigung von Frauen ein. Sie lebte bis zu ihrem Tod in Neuss.