Santo Subito?

Reportage: Santo Subito? (02.04.2009)

Am 10. Juni 2005 wurde von einem diözesanen Kongress der Familien in Rom eine Ankündigung gemacht, der den Applaus der ganzen Versammlung hervorrief.

18 Tage später, am 28. Juni, wurde in der Lateranbasilika der Fall der Selig- und Heiligsprechung Johannes Paul II. offiziell während der Vesper des Hochfestes der Apostel Petrus und Paulus eröffnet.

Die erste Phase des Prozesses der Seligsprechung begann auf dem diözesanen Niveau. Zwei Jahre später begann ebenfalls in Rom die zweite Phase, die der Erarbeitung der „positio“ gewidmet ist, ein zusammenfassendes Dokument über den heroischen Tugendgrad von Karol Wojtyla. Das Dokument besteht aus 2500 Seiten von Beweisen.

Die positio wird jetzt durchgesehen und von einer Kommission aus acht Theologen gemeinsam mit dem allgemeinen Glaubensanwalt kommentiert. Erst wenn alle diese Phasen abgeschlossen sind -und ein positives Ergebnis haben- kann Papst Benedikt XVI. seine eigene Meinung verkünden und die Promulgierung des Dekrets des heroischen Tugendgrades anordnen, durch das er als „verehrungswürdig“ deklariert wird.

Ab diesem Punkt werden alle öffentlichen Erklärungen von Msgr. Slawomir Oder, dem Postulator des Falles, abgegeben, der Grund dafür ist, dass „der Fall der Selig- und Heiligsprechung Johannes Paul‘ II. auf strenge Weise dem traditionellen kanonischen Prozess folgt.“ Laut des Freundes und damaligen persönlichen Sekretärs Johannes Paul II., Kardinal Stanislaw Dziwisz, dem Erzbischof von Krakau, wird die Wartezeit jetzt nicht mehr sehr lange dauern.