Predigt von Rainer Maria Kardinal Woelki zum Jahrgedächtnis für Kardinal Meisner

Predigten: Predigt von Rainer Maria Kardinal Woelki zum Jahrgedächtnis für Kardinal Meisner (01.07.2018)

In einer persönlichen Fürbitte für Kardinal Meisner dankte die ganze Gemeinde für den "unermüdlichen Einsatz" ihres verstorbenen Kardinals. Sein Nachfolger im Amt, Rainer Maria Kardinal Woelki, zelebrierte zum Jahrgedächtnis ein feierliches Hochamt. Es sang die Domkantorei Köln unter der Leitung von Winfried Krane. An der Orgel: Winfried Bönig.

In seiner Predigt erinnerte Rainer Kardinal Woelki an den am 7. Juli 2017 verstorbenen Joachim Kardinal Meisner. Dieser bliebe keineswegs vergessen. Man sei ihm in Konferenzen und Diskussionen immer wieder begegnet, weil er zitiert worden sei oder jemand eine Erinnerung an ihn geteilt habe.

Kelch erinnere daran, dass Kirche und Eucharistie zusammengehören

Auch der Messkelch, mit dem Joachim Kardinal Meisner "quasi täglich die Heilige Messe feierte, wenn er nicht gerade außerhalb des Erzbischöflichen Hauses war" trage dazu bei, dass er in guter Erinnerung bleiben werde, betonte Woelki.

Der Kelch von Kardinal Meisner erinnere daran, dass Kirche und Eucharistie zusammengehören. "Kirche ist vor allem dort, wo die Eucharistie gefeiert wird“, erläuterte der Kölner Erzbischof. Letztlich seien Kirche und Eucharistie identisch.

Die Eucharistie sei das Sakrament der Sakramente und damit die Quelle und die Mitte – "und der Höhepunkt des Lebens der Kirche", so Woelki weiter. "Wenn also Eucharistie und Kirche (…) so unlösbar ineinander verwoben sind und damit zusammengehören, dann betrifft das auch unsere gegenwärtige pastorale Situation". Die Teilnahme am gemeindlichen Sonntagsgottesdienst sei immer noch ein sensibler Gradmesser für die sonstige Teilnahme am kirchlichen Leben, "auch wenn das heute nicht mehr so gerne gehört wird".

"Eucharistie ist und bleibt das Herz der Kirche"

Der Sonntag sei die sakramentale Vergegenwärtigung von Tod und Auferstehung Jesu. Diese Grundüberzeugung bringe zum Ausdruck, dass die Eucharistiefeier letztlich durch nichts zu ersetzen sei. Deshalb müsse die Kirche dafür sorgen, dass genügend Priester für die Messfeier zur Verfügung stünden. Dazu gehöre aber auch das Gebet um neue Priesterberufungen, eines der großen Anliegen von Joachim Kardinal Meisner.

"Die Eucharistie ist und bleibt das Herz der Kirche." Angesichts der großen Kostbarkeit der Eucharistie, müsse man sich immer wieder die unbequeme Frage stellen, was einem diese noch wert sei. "Was kostet uns eine Eucharistie?", fragte Kardinal Woelki in den Kölner Dom hinein. Nur eine Stunde am Sonntag könne unmöglich alles sein. Denn die Eucharistie habe Jesus nicht weniger als sein Leben gekostet.

Woelki verdeutlichte: "Jesus ist nicht gekommen, um für sich zu leben und sich ein schönes Leben zu machen, sondern um uns zu dienen. Er kam, um uns die Liebe seines Vaters zu bringen, zu unserem Heil." Der Kölner Erzbischof schloss seine Predigt mit einer Aufforderung an alle Gläubigen: "Machen wir uns deshalb das Gesetz Jesu, seine Liebe, auch zum Gesetz unseres Lebens. Ich glaube, wir könnten unserem Erzbischof keine größere Freude bereiten."

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