Predigt Papst Benedikt XVI. Chrisammesse im Petersdom

Predigten: Predigt Papst Benedikt XVI. Chrisammesse im Petersdom (21.04.2011)

Papst Benedikt XVI. hat am Gründonnerstagmorgen die traditionelle Chrisammesse gefeiert. Bei dem Gottesdienst im Petersdom weihte er die Salböle, die in der katholischen Kirche bei verschiedenen Weihehandlungen verwendet werden. An der Messe nahmen mehreren Tausend Priester aus Rom sowie Mitarbeiter der Kurie teil.Dabei wiederholten die anwesenden Geistlichen das Versprechen, das sie bei ihrer Priesterweihe abgelegt hatten.

In der Predigt der Chrisammesse beklagte der Papst eine Selbstgenügsamkeit des Menschen. Gott scheine in der heutigen Gesellschaft vielfach fern und abwesend. Gerade in der christlich geprägten westlichen Welt seien viele Menschen «ihres Glaubens müde und ihrer eigenen Geschichte und Kultur überdrüssig», so Benedikt XVI. Bei aller Scham über das Versagen von Christen gebe es aber auch leuchtende Beispiele des Glaubens. Er nannte besonders seinen Vorgänger Johannes Paul II. (1978-2005), den er am 1. Mai seligsprechen wird.

Zugleich erinnerte der Papst an den Auftrag der Kirche, der Heilung von Seele und Leib zu dienen. Wirklich gesund werden könne der Mensch letztlich nur in der Aussöhnung mit Gott. Dazu gehöre auch der konkrete Einsatz für Hungernde, Opfer von Gewalt, Kranke und Verfolgte. Hierin habe die Kirche eine große Tradition, sagte der Papst unter Verweis auf die heilige Elisabeth von Thüringen (1207-1231) und die selige Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997). (kna)