Pontifikalamt im Paderborner Dom mit dem Bischof von Le Mans

Predigten: Pontifikalamt im Paderborner Dom mit dem Bischof von Le Mans (24.07.2017)

Zu Beginn des Pontifikalamts mit den französischen Gästen am Montagmorgen in Paderborn hieß Erzbischof Hans-Josef Becker die Gäste aus Frankreich herzlich willkommen und erinnerte an den "Liebesbund ewiger Bruderschaft", der die Diözesen Le Mans und Paderborn seit dem Jahr 836 verbindet und in diesem Jahr auch das Libori-Leitwort prägt: "Freundschaft ist heilig – L’amitié est sacrée".

In besonderer Weise begrüßte Erzbischof Becker im Hohen Dom eine Gruppe junger französischer Pilger. Diese hatten die gut 1.000 Kilometer lange Strecke zwischen Le Mans und Paderborn auf dem Rad zurückgelegt und dabei eine Holzfigur des heiligen Liborius mit sich geführt. Während des Pontifikalamtes war diese Figur im Altarraum aufgestellt.  

Ein Holz-Jesus fuhr mit

Im Altarraum des Hohen Doms war am Montagmorgen eine Holzfigur des hl. Liborius aufgestellt. Eine Gruppe junger französischer Pilger hatte sie per Fahrrad von Paderborn nach Le Mans gebracht und dabei 1.000 Kilometer zurückgelegt.

Auch Bischof Le Saux griff in seiner in französischer Sprache vorgetragenen Predigt den "Liebesbund ewiger Bruderschaft" auf: "Diese Bruderschaft erlaubte es immer, den Frieden zu suchen", sagte er. "Sie hat dazu beigetragen, die Wunden des Krieges zu heilen. So stellt sie deutlich vor Augen: Diese Freundschaft, diese Bruderschaft ist heute notwendiger denn je - in einer Zeit, in der es scheint, dass in Europa und in der Welt die Versuchung der Abschottung und die Suche nach dem eigenen Interesse wiedererstehen."

Christus ist Quelle der Freundschaft

Quelle und Wurzel dieser jahrhundertealten Freundschaft zwischen den beiden Diözesen in Frankreich und Deutschland sei Christus, fuhr Bischof Le Saux fort. Durch Jesu Tod und Auferstehung wüssten Christen, dass Liebe stärker sei als der Hass, das Gute stärker als das Böse, das Leben stärker als der Tod.

Man wisse, dass Vergebung möglich sei. Weiter beschrieb er, wie die Freundschaft zu Christus die Freundschaft unter den Menschen fördern könne: "Die innere Gemeinschaft mit Christus bringt die Liebe zu den Mitmenschen hervor. Man tritt in eine Erfahrung der Liebe ein, die aus dem Innersten kommt."

Kirche ist kein konformer Club

Beim Pontifikalamt mit den französischen Gästen konzelebrierten Erzbischof Hans-Josef Becker und zahlreiche Gastbischöfe, die zum Libori-Fest nach Paderborn gekommen waren.

Die Einheit mit Christus mache Menschen zu Schwestern und Brüdern über Raum und Zeit hinaus, so Bischof Le Saux. Die Kirche sei "kein Club von Leuten, die das Gleiche denken" oder sich sonntags in der Kirche versammelten. "Die Lebensgemeinschaft, in die wir durch den Glauben eintreten, erstreckt sich weiter, sie umfasst den Weltraum und überwindet die Schwelle des Todes".

Was ist Freundschaft?

Durch die Freundschaft zu Heiligen wie dem heiligen Julian oder dem heiligen Liborius könne die in Christus gegründete Freundschaft auch die Grenzen der Zeit überwinden. Abschließend gab der Bischof aus Le Mans zu bedenken, dass sich "die Kultur der Freundschaft" nicht nur auf diejenigen beschränken dürfe, "die wie wir denken und wie wir glauben". Sie müsse sich vielmehr auf alle Menschen erstrecken.

In dem Pontifikalamt mit den französischen Gästen konzelebrierten Erzbischof Hans-Josef Becker und zahlreiche Gastbischöfe, die aus Anlass des Libori-Festes nach Paderborn gekommen waren. domradio.de übertrug im Internet-TV am Montag der Liboriwoche das Pontifikalamt aus dem Paderborner Dom mit dem Bischof von Le Mans, Yves Le Saux.

Es sang der Paderborner Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning. An der Orgel: Domorganist Tobias AehligDas morgendliche Pontifikalamt am Montag der Liboriwoche wird traditionell mit den französischen Gästen gefeiert. Hauptzelebrant ist der Bischof der Partnerstadt Le Mans, aus der im Jahr 836 die Reliquien des Hl. Liborius nach Paderborn übertragen worden sind. Der Domchor singt die Missa in C von Johann Ernst Eberlin und das Exultate Deo von Alessandro Scarlatti.

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