Predigten

"Nach der Nacht kommt die Sonne" - Predigt von Dompropst Guido Assmann

Dompropst Guido Assmann deutete in seiner Predigt am Dienstag der Karwoche im Kölner Dom die Szene des letzten Abendmahls aus dem Johannesevangelium als Wegweisung für die kommenden Tage. Jesus habe die Ereignisse von Verrat und Kreuzigung bewusst vor Augen gehabt und zugleich zutiefst menschliche Erschütterung gezeigt. "Einmal mehr zeigt die Heilige Schrift, dass Jesus nicht nur Gefühle hat, sondern auch Gefühlen zeigt", so der Geistliche.

Dieses „Ausgeliefertsein“ beschreibe eine existenzielle Erfahrung, die viele Menschen kennten: „Völlig ausgeliefert sein, das ist ein Gefühl, das wir kennen.“ Die Jünger verstünden Jesu Worte zunächst nicht; besonders Judas Iskariot stehe für die „Nacht“ des Verrats, in der das Böse wirke. Zugleich habe Petrus für menschliche Schwäche gestanden, wenn er Jesus verleugne, obwohl er Treue verspreche: „Ich werde dich nie verlassen.“ 

Assmann betonte in seiner Predigt, dass Nacht und Versagen nicht das Ende seien. Der Hahnenschrei kündige den Morgen an: „Nach der Nacht kommt die Sonne.“ So führe der Weg über Karfreitag hin zu Ostern, wo Hoffnung und Auferstehung den Glauben tragen.