Domkapitular Thomas Weitz hat in seiner Predigt am Samstag der vierten Fastenwoche im Kölner Dom betont, im Evangelium gehe es vor allem um die Wirkung der Worte Jesu und die unterschiedlichen Reaktionen darauf.
Einige erkannten darin die Gegenwart Gottes und bekannten: "Dieser ist wahrhaftig der Prophet" oder "dieser ist der Christus". Andere hingegen blieben im Zweifel, diskutierten oder lehnten ihn ab. Besonders eindrücklich sei das Verhalten der Ratsdiener, die trotz ihres Auftrags zur Festnahme Jesu erklärten: "Noch nie hat ein Mensch so gesprochen." Dies zeige die Kraft seiner Worte, die stärker seien als äußere Zwänge.
Die religiösen Autoritäten dagegen hätten sich innerlich verschlossen und reagierten mit Ablehnung und Hass, um sich der Wahrheit nicht stellen zu müssen: "Dieses Volk, das vom Gesetz nichts versteht, verflucht sei es." Nikodemus, einer aus ihren Reihen, entlarve jedoch ihre Haltung als widersprüchlich, als er anmahne: "Verurteilt etwa unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört?"
Das Evangelium mache deutlich, dass verschlossene Herzen zur Ungerechtigkeit führten, und rufe dazu auf, offen für die Wahrheit zu bleiben und in Konflikten wirklich zuzuhören.