Predigten

"Lebendige Beziehung zu Gott" - Predigt von Domdechant Robert Kleine

In seiner Predigt vergleicht Domdechant Robert Kleine die Situation der ersten christlichen Gemeinde, die in der Apostelgeschichte beschrieben wird, mit der aktuellen Lage der Kirche in Deutschland. Wie die Jünger damals stehen auch heute Christen unter Druck und müssen sich fragen, ob die Kirche noch eine Stimme hat und gehört wird. Der Redner betont, dass die Gemeinde damals nicht um Macht oder Einfluss gebetet habe, sondern um "Freimut", also die innere Freiheit, den Glauben offen zu bekennen, auch wenn er Gegenwind erfährt.

Ähnlich sieht er die Aufgabe der Kirche heute: "Die Kirche wird nicht dadurch glaubwürdig, dass sie stark erscheint, sondern dadurch, dass sie wahrhaftig ist." Statt nach früheren Zuständen zurückzusehnen, sollten Christen um den Mut bitten, "jetzt glaubwürdig zu leben". Der Kern des Glaubens sei nicht Strukturen oder Einfluss, sondern "die lebendige Beziehung zu Gott" und der Auftrag, "diese Hoffnung in die Welt zu tragen".

In Zeiten der Krise sieht der Redner darin eine Chance für eine "ehrliche Kirche, die nahe bei den Menschen ist". Er appelliert an die Gläubigen, selbst durch Zuhören statt Urteilen, Versöhnen statt Spalten und Hoffnungsvermittlung statt Angstmache dazu beizutragen, dass "die Botschaft erfahrbar" wird. Abschließend fasst er das Gebet der ersten Gemeinde zusammen: "Herr, mach uns stark" - nicht "nimm uns die Probleme", sondern "gib uns Freimut, sie zu lösen".