Domkapitular Meiering hat Thomas von Aquin als eine zutiefst geistliche und zugleich wissenschaftlich herausragende Gestalt nachgezeichnet. Zeugnisse aus dem Heiligsprechungsprozess beschrieben ihn als „ganz der Beschauung hingegebenen Mann“, geprägt von Gebet, Maß und innerer Sammlung. Trotz adeliger Herkunft und vorgezeichneter Karriere habe Thomas bewusst den Weg des Bettelordens gewählt und damit familiären Widerstand auf sich genommen. Seine Studien bei Albertus Magnus, auch in Köln, seien prägend gewesen.
Meiering betonte Thomas’ ruhige Sachlichkeit und kompromisslose Wahrheitsliebe. Maßstab theologischer Urteile sei für ihn allein die Wahrheit gewesen: „Der Mensch darf sich nicht von Liebe oder Hass leiten lassen, sondern allein von der sicheren Wahrheit“. In Werk und Leben verbänden sich bei Thomas Denken, Beten und Glauben zu einer Einheit. Sein Vermächtnis erinnere daran, dass Heiligkeit und Gelehrsamkeit einander nicht ausschließen, sondern vertiefen.