Predigten

"Kommt, lasst uns anbeten" - Weihbischof Steinhäuser am Samstag der Weihnachtszeit

In seiner Predigt deutet Weihbischof Steinhäuser das Epiphaniegeschehen als Offenbarung der Herrlichkeit Gottes im Kind auf dem Schoß Mariens. Anhand des berühmten Dombildes von Stefan Lochner führt er in eine betrachtende, betende Haltung hinein.

Der Weihbischof erinnert zunächst an den alten kirchlichen Brauch, den Samstag der Gottesmutter zu widmen. Für die Weihnachtszeit greife die Liturgie dabei auf Texte vom Dreikönigstag zurück: Gottes Herrlichkeit erscheine den Menschen im Gotteskind, das segnend bei seiner Mutter sitze. Genau dieses Motiv sei im Dombild Lochners eindrucksvoll verdichtet.

Steinhäuser lädt die Mitfeiernden ein, genauer hinzuschauen: Vor dem Goldgrund als Zeichen des Himmels sitzt Maria als Königin mit Krone und Heiligenschein. Um sie herum sind die Kölner Stadtpatrone versammelt – die Heiligen Drei Könige, Ursula und Gereon mit ihren Gefolgschaften. Trotz aller detailreichen Gewänder und der sorgfältig gemalten Blumenwiese gehe es dabei nicht um ein historisches “Foto”, sondern um eine Glaubensaussage: Christus thront als König und segnet.

Im Zentrum stehen die Drei Könige, die vor dem Kind niederknien und Gold, Weihrauch und Myrrhe bringen. Steinhäuser deutet die Gaben klassisch: Gold verweise auf königliche Würde, Weihrauch auf Anbetung, Myrrhe als Salböl auf Jesu echtes Menschsein – bis hin zu Leid und Tod. So werde sichtbar: Das göttliche Kind ist zugleich der Mensch, der unser Leben teilt.

Ein Leitgedanke der Predigt ist die Spannung von Größe und Demut: Gottes Macht strahle auf, indem der Erhabene in Niedrigkeit geboren wird. Gerade im Kleinen und Verletzlichen zeige sich Gottes Hoheit. Zum Schluss macht Steinhäuser aus der Bildbetrachtung eine geistliche Einladung: Die Gemeinde solle sich – wie die Könige und die Heiligen – vor Christus sehen, innerlich “hingehen”, niederknien und in die Anbetung eintreten. Die Musik der Orgel unterstützt dieses Innehalten als gemeinsamen Weg ins Gebet: „Kommt, lasst uns anbeten.“

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