In seiner Predigt in der Kapitelsmesse im Kölner Dom hat Domkapitular Markus Bosbach zwei gegensätzliche Lebenshaltungen gegenübergestellt. Während manche alles "in Stein gemeißelt" sähen und keinen Raum für Vergebung ließen, bleibe bei anderen alles unverbindlich, gleichsam "in die Luft geschrieben". Jesus zeige im Evangelium einen anderen Weg, indem er in den Staub der Erde schreibe – ein Zeichen für ein tragendes Fundament, das dennoch Veränderung und Neuanfang ermögliche.
Zugleich unterstrich Bosbach, dass Jesus am Ernst des Bundes festhalte. Ehebruch sei nicht vereinbar mit dem Leben als Kind Gottes, doch gehe es nicht um Verurteilung, sondern um Umkehr und Erneuerung: "Geh und sündige von jetzt an nicht mehr." So werde deutlich, dass Gott den Menschen nicht festlege, sondern ihm neue Perspektiven eröffne.
Abschließend hob Bosbach die Bedeutung der Beichte hervor, besonders in der Vorbereitung auf Ostern. Sie solle ein Ort sein, "wo Schuld benannt werden kann, ohne dass Leben erschlagen wird", und an dem Versöhnung und ein neuer Anfang möglich werden.