Kein Schwein ruft mich an – Kommentar zur Einsamkeit in Deutschland

Wochenkommentar: Kein Schwein ruft mich an – Kommentar zur Einsamkeit in Deutschland (21.06.2019)

Immer mehr Menschen fühlen sich einsam. Verrückt oder? Wir haben die besten Kommunikationsmittel aller Zeiten. Doch inzwischen, das geht aus einer aktuellen Anfrage an die Bundesregierung hervor, fühlen sich nicht nur ältere Menschen zunehmend alleine. „Kein Schwein ruft mich an - keine Sau interessiert sich für mich?“ heute fühlen sich selbst Jugendliche, die stundenlang Online sind einsam und allein. Selbst wer Hunderte von Facebook-Freunden hat, hängt nach der Arbeit oft isoliert vor seinem Bildschirm. Die Einsamkeit wird oft noch schlimmer, wenn man bei Instagram oder Whatapp sieht, wie gut es gerade den anderen geht. War früher alles besser? Die Älteren von uns erzählen uns das: Sie berichten von wirksamer Nachbarschaftshilfe und vom vertrauten sozialen Miteinander in Vereinen oder in den Kirchengemeinden. Offenbar können die schönen neuen digitalen Welten mit all ihren modernen Kommunikationsmitteln nicht die realen Beziehungen ersetzen. Wir Menschen brauchen die echte, spürbare Nähe. Gerade die Generation der Selfi- und Egoshooter ist dankbar, wenn sie mal einer wirklich in den Arm nimmt. Kein Like oder Smily ersetzt das herzerfrischende Lachen des direkten Gegenübers. Keine hochtechnisierte Apparate-Medizin, die spürbare Hand, die nicht loslässt, wenn man sie am Nötigsten braucht. Es ist Jahre her, seit ich in der Nacht die Hand meiner sterbenden Großmutter gehalten habe. Dankbar bin ich bis heut für diese Nächte, denn selten war ich dem Lebens so nahe. Man muss dafür nicht unbedingt bis zur Todesstunde warten. Einfach mal ganz real für den Anderen Dasein. Zuhören - Freude und Leid teilen. Gerade wir Christen dürfen da Jesus nacheifern. Der hat gesagt: Ich bin bei Euch, bis ans Ende der Zeit.

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