Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat sich gegenüber DOMRADIO.DE zum Reformprojekt Synodaler Weg geäußert und sein Fernbleiben von der bevorstehenden sechsten Synodalversammlung ab Donnerstag in Stuttgart begründet.
Woelki erklärte, für ihn sei der Synodale Weg abgeschlossen. Ursprünglich seien fünf Sitzungen vereinbart worden; an diesen habe er auch teilgenommen. Woelki ergänzte, er sei davon überzeugt, dass alle Beteiligten das Gute für die Kirche wollten. Doch der Weg dorthin werde unterschiedlich gesehen.
Vier Bischöfe gegen Mitarbeit
Zum Verständnis von Synodalität sagte der Kardinal, es gebe grundlegend unterschiedliche Auffassungen davon, was diese bedeute. Sie heiße für ihn, gemeinsam auf das zu hören, was der Heilige Geist sage, sowie gemeinsam zu beraten. Die Entscheidung treffe aber am Ende derjenige, der das Amt dafür übertragen bekommen habe.
Zur Situation der Deutschen Bischofskonferenz betonte der Kardinal, entscheidend sei, im Gespräch zu bleiben. Vier deutsche Bischöfe, darunter auch Kardinal Woelki, hatten sich von Anfang an gegen eine Mitarbeit im Synodalen Ausschuss ausgesprochen - unter Verweis auf Vorbehalte aus dem Vatikan. Höchstes beschlussfassendes Organ des katholischen Reformdialogs Synodaler Weg ist die Synodalversammlung, die ab diesem Donnerstag bis zum Samstag in Stuttgart noch einmal zusammenkommt, um eine Bilanz zu ziehen. Unterdessen gehen die Gespräche zwischen Bischöfen und Laien weiter.