Predigten

Kardinal Woelki am Hochfest Erscheinung des Herrn

In seiner Predigt erklärte Erzbischof Rainer Maria Woelki im Pontifikalamt am Fest "Erscheinung des Herrn" im Kölner Dom, dass Epiphanie ist das Fest des Lichtes sei. Jesus Christus sei das wahre Licht, das in die Welt gekommen ist, um allen Menschen Hoffnung zu schenken. Dieses Licht ist nicht nur für wenige bestimmt, sondern für alle – unabhängig von Herkunft, Kultur oder Alter.

Im Mittelpunkt steht der Weg der Weisen aus dem Morgenland. Der Weg der Weisen ist mehr als eine historische Reise: Er steht stellvertretend für den lebenslangen Pilgerweg der ganzen Menschheit zu Gott. Wie die Sterndeuter sind Christen und Christinnen auch heute als „Pilger der Hoffnung“ – in Anlehnung an das Motto des Heiliges Jahres – getragen von der Hoffnung auf die Begegnung mit dem lebendigen Gott.  

Die Sterndeuter machen sich auf den Weg, obwohl sie nicht wissen, was sie erwartet. Auch im eigenen Leben bedeute der Glaube, sich auf einen Weg einzulassen, sagte Woelki, ohne alles kontrollieren zu können. Hoffnung sei dabei kein „naiver Optimismus, nicht bloß Wunschdenken“, sondern die Kraft, trotz Unsicherheit, Enttäuschungen und Dunkelheit weiterzugehen.

In Bethlehem finden die Weisen keinen mächtigen König, sondern ein armes Kind.  Sie finden „keinen Palast, keinen kleinen Prinzen“. Ihre Erwartungen werden enttäuscht, aber ihre Hoffnung erfüllt sich: Sie erkennen Gott im Unscheinbaren. Diese „Begegnung mit Jesus“ verändert sie – sie kehren „auf einem anderen Weg“ zurück.

Woelki ermutigte zum Abschluss seiner Predigt nach dem Ende des Heiligen Jahres den Weg weiterzugehen: wach zu bleiben, aufzubrechen, Hoffnung weiterzugeben und Zeugen von Gottes Licht und Liebe im Alltag zu sein.

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