Predigten

"In ihm kommt Gott uns ganz nah" – Predigt von Domkapitular Bosbach

Domkapitular Markus Bosbach deutet die Rolle des Hohepriesters Kajafas als "unfreiwilligen Propheten", der aus politischen Motiven heraus handle und Jesus einem übergeordneten Interesse opfern wolle. 

Er verweist auf zentrale Texte aus dem Johannesevangelium der vergangenen Sonntage: die Begegnung Jesu mit der Samariterin, die Heilung des Blindgeborenen und die Auferweckung des Lazarus. Diese dienten in der frühen Kirche zur Prüfung von Taufbewerbern. Sie hätten erkennen sollen, dass Jesus mehr sei als ein Lehrer: "In ihm kommt Gott uns ganz nah."

Konsequenzen des Glaubens

Zugleich habe dieser Glaube Konsequenzen wie Ablehnung und Verfolgung gehabt. Bosbach erklärt, viele Menschen seien zum Glauben gekommen, was bei den religiösen Autoritäten Angst ausgelöst habe, insbesondere vor Reaktionen der Römer und vor dem Verlust der freien Ausübung des jüdischen Glaubens. Schließlich hätten sie Jesus geopfert.

Dem stellt er Gottes Handeln gegenüber: "Gott opfert seinen Sohn unserem Interesse, damit wir das Leben haben." Abschließend ruft er zu einem mutigen Glauben auf, der bereit sei, Konsequenzen zu tragen und Christus nachzufolgen.