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Hape Kerkeling erinnert an die Opfer des KZ Buchenwald

Am Sonntag wurde im ehemaligen NS-Konzentrationslager Buchenwald an dessen Befreiung vor 81 Jahren erinnert. Zum ersten Mal hielt kein Überlebender die Gedenkrede auf dem früheren Lagergelände. Als Grund wurden Probleme mit Flügen aus Israel genannt. Stattdessen hielt der Schauspieler und Autor Hape Kerkeling eine Ansprache, da sein Großvater als politischer Häftling in Buchenwald inhaftiert gewesen war. Kerkelings Großvater Hermann Kerkeling war Kommunist und hatte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 Flugblätter gegen Hitler verteilt. Nach Jahren in Zuchthäusern wurde er im Jahr 1942 ins KZ Buchenwald gebracht. Dort wurde er gefoltert, gedemütigt und war Zeuge unzähliger Morde.

Insgesamt waren von 1937 bis 1945 fast 280.000 Menschen im Konzentrationslager Buchenwald und seinen Außenlagern inhaftiert. Mehr als 56.000 von ihnen wurden ermordet oder starben infolge der lebensfeindlichen Bedingungen. Unter den Häftlingen waren Juden, Roma, politische Gegner der Nationalsozialisten in Deutschland und Zwangsarbeiter aus Osteuropa.