In seiner Predigt in der Kapitelsmesse im Kölner Dom betonte Weihbischof Dominicus Schwaderlapp die zentrale Rolle der Vergebung im christlichen Glauben. Er erklärte, dass wir durch das "Vaterunser" täglich um Vergebung bitten und dass Jesus in seinem Gleichnis zur Antwort auf Petrus' Frage, wie oft man vergeben müsse, die Zahl 77 nannte: "Nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal - also immer."
Der Weihbischof hob hervor, dass wir, ähnlich wie der Knecht im Gleichnis, von Gott ein unverdientes Geschenk der Barmherzigkeit empfangen. Vergebung sei nicht nur ein Akt des Willens, sondern auch ein Prozess, der oft Geduld erfordere. "Wenn Gott mit uns so viel Geduld hat, sollte es uns leichter fallen, miteinander Geduld zu haben", so der Geistliche.
Abschließend betonte Schwaderlapp, dass innerer Frieden aus der Fähigkeit zur Vergebung erwächst und dass der Unfrieden in der Welt in den Herzen der Menschen verwurzelt sei: "Die Wurzel, die Quelle für den Frieden, ist die Vergebung."