Predigten

"Freude ist die Gegenwart Gottes im Leid"- Predigt von Domkapitular Meiering

Domkapitular Dominik Meiering begann seine Predigt mit einem dramatischen Einstieg. Er erinnerte daran, dass die frühe Kirche nicht als Erfolgsgeschichte begann, sondern mit Menschen, die verletzlich und ohne Schutz waren und alles riskierten. Zwar teilten sie das Brot, beteten zusammen und lebten in Eintracht, aber sie standen auch unter Druck. Die ersten Christen trafen sich meist in Häusern, da es keine Kirchen und keine Religionsfreiheit gab. Wer sich taufen ließ, riskierte den Bruch mit der Familie und sogar Gefängnis und Tod, wie am Beispiel des ersten Märtyrers Stephanus deutlich wird.

Meiering betonte, dass diese Verfolgung der Christen bis heute andauert, etwa in Nigeria, Pakistan oder Nordkorea. Er sagte: "Wer glaubt, dass Jesus nicht nur eine Figur der Vergangenheit ist, sondern wer glaubt, dass Christus lebt, dass er gegenwärtig ist, dass keine Macht stärker ist als seine Liebe, der findet eine Freiheit, die kein Gefängnis zerstören kann." Trotz aller Herausforderungen herrsche "große Freude", denn "die Freude ist nicht die Abwesenheit von Leid, sondern Freude ist die Gegenwart Gottes im Leid."