Domkapitular Thomas Weitz hat in seiner Predigt über den Jakobusbrief und das Bild des Weges gesprochen – und eine Parallele zum Karnevalszug gezogen.
Wie bei einem großen Umzug, der nur gelingt, wenn alle auf der vereinbarten Strecke bleiben, sei auch das christliche Leben ein gemeinsamer Weg mit einem klaren Ziel. Niemand könne einfach ausscheren und eigene Nebenwege gehen, ohne das Ziel aus dem Blick zu verlieren. Jakobus schreibe an die Christen in der Zerstreuung und erinnere sie daran, dass ihr Leben auf ein gutes Ziel ausgerichtet sei.
Versuchungen gehören zum Weg
Auf diesem Weg gebe es jedoch „mancherlei Versuchungen“ – große und kleine, vorhersehbare und überraschende, in Arbeit, Familie, Freundschaften oder Krankheit. Entscheidend sei, sich davon nicht entmutigen zu lassen. Wer an Gott festhalte und ihn um Weisheit bitte, dürfe darauf vertrauen, dass Gott „gerne gibt und niemand einen Vorwurf macht“.
Glaube bedeute dabei nicht nur das Bekenntnis zu bestimmten Sätzen, sondern ein Vertrauen, das trägt. Wer zweifle und ständig den Weg wechsle, werde unbeständig, „wie eine Meereswoge“, hin- und hergetrieben. Christlicher Glaube heiße, einen Weg zu wählen und auf dem zu bleiben, weil man dem vertraue, der ihn mitgeht.
Bitte um Beständigkeit
Wie ein Karnevalszug nicht zwischendurch in eine andere Straße abbiegt, nur weil das Wetter schlecht ist, so solle auch der „Zug des Lebens“ nicht auseinanderbrechen. Gott habe zugesagt, dass dieser Weg zu einem guten Ziel führe, an dem aller Mangel überwunden sei.
Domkapitular Weitz rief dazu auf, um die Gnade der Beständigkeit zu bitten und darauf zu vertrauen, dass Gott in allen Versuchungen mitgeht – als Vater, der die Hand ergreift und sein Ziel nicht aus den Augen verliert.