Predigten

"Die Freude im Glauben ist kein seliger Dauerzustand" – Predigt von Domdechant Robert Kleine

Domdechant Robert Kleine hat in seiner Predigt am Freitag der sechsten Osterwoche, die Worte Jesu aus den Abschiedsreden des Johannesevangeliums als Vorausblick auf Karfreitag und Ostern gedeutet. 

Jesus kündige den Jüngern Trauer und Schmerz an, zugleich aber die Freude des Wiedersehens nach der Auferstehung. Kleine erklärte, die Verwandlung von Trauer in Freude sei ein schmerzhafter Prozess, den Jesus mit dem Bild einer Geburt beschreibe. 

Wie eine Mutter Angst und Schmerzen durchlebe, ehe sie ihr Kind voller Freude in den Armen halte, so hätten auch die Jünger erst durch den Schmerz des Karfreitags hindurch den Auferstandenen erkennen können. "Die Freude im Glauben, die von Ostern kommt, ist eben kein seliger Dauerzustand", sagte Kleine. Auch Gläubige müssten immer wieder Wege durch Abschied, Zweifel und Angst gehen zu einer neuen Freude.

Gerade Erfahrungen von Verlust und Trauer könnten lange nachwirken. Dennoch ermutige das Evangelium dazu, darauf zu vertrauen, dass Christus Menschen auch in schweren Zeiten begleite. "Am Ende dieses Weges wartet der Auferstandene auf uns", betonte der Domdechant. Die Osterbotschaft sei deshalb keine "billige Vertröstung", sondern ein Trost, der Hoffnung auf neues Leben und endgültige Freude schenke.