Dompropst Guido Assmann deutet das Evangelium am Montag der Karwoche im Licht des nahen Osterfestes.
Er erklärt, dass die Szene der Salbung Jesu durch Maria von Betanien bereits auf dessen Tod und Begräbnis verweise. Maria erkenne in Jesus den Gesalbten und handle aus tiefer Liebe und Glauben heraus, während andere, besonders Judas, Unverständnis und Verrat verkörperten.
Zugleich betont Assmann, das Johannesevangelium sei nicht bloß ein Bericht, sondern eine theologische Deutung: "Jesus ist wirklich der, auf den die Gläubigen gewartet haben." Die Predigt stellt die Verbindung zur Liturgie her, etwa zur Bedeutung der Salbung in Taufe und Priestertum:
"Wir tragen das Zeichen der Auferstehung an uns." Die Gläubigen seien eingeladen, in dieser Woche tiefer in die Beziehung zu Christus einzutreten, ihm treu zu bleiben und auf die Überwindung des Todes zu vertrauen: "Der Tod hat nicht das letzte Wort."