Wochenimpuls

Alaaf und Helau!

Alaaf und Helau! - hier bei uns am Rhein regiert in den kommenden Tagen zum Höhepunkt des Straßenkarnevals der kollektive Frohsinn. Von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag herrschen in Düsseldorf, Köln und allen anderen Karnevalshochburgen uneingeschränkt die Jecken: Das bunte Treiben, wenn "d’r Zoch kütt"; die Sitzungen, der Karneval auf den Straßen und in den Kneipen; die bunten Kostüme, die Lieder, Reden und Witze und die frechen Gags auf Kosten der Autoritäten. Das alles drückt eine ganz besondere und unverwechselbare rheinische Lebensfreude aus.

Und Karneval ist eng mit der Kirche und dem Glauben verbunden. Vor der 40-tägigen Fastenzeit, in der Christen sich auf das Osterfest vorbereiten, darf man es noch einmal so richtig krachen lassen. Es wird im Überfluss gegessen und getrunken, gefeiert und gelacht, bevor ab Aschermittwoch eine ernstere Zeit der Besinnung und des Verzichts beginnt. 

Beides gehört zusammen und beides lohnt sich: die laute und bunte Ausgelassenheit zu Karneval und die stille und innerliche Besinnung in der Fastenzeit: Wir brauchen beides, damit der schnelle und flüchtige Spaß an Karneval zur tiefen, inneren Freude von Ostern werden kann. 

Allen Jecken wünsche ich fröhliche, ausgelassene und unbeschwerte Tage. Und dass - nachdem der Nubbel verbrannt und das letzte Kölsch getrunken ist - am Aschermittwoch nicht nur Katerstimmung herrscht.
Alaaf und Helau!

Ihr Rainer Woelki
Erzbischof von Köln

Themen