23.09.2021

Indonesischer Erzbischof erklärt Impfverweigerer zu Sündern "Sie werden zu einer Quelle von Krankheit"

Der indonesische Erzbischof Petrus Canisius Mandagi hält die Verweigerung einer Covid-Impfung für eine Sünde. Fast die Hälfte der Indonesier zögere sich impfen zu lassen. Ein Grund dafür sei großes Misstrauen.

"Wenn Sie nicht geimpft werden möchten, sind Sie eigentlich ein Sünder, weil Sie für andere Menschen zu einer Quelle von Krankheit werden", zitiert der asiatische Pressedienst Ucanews (Donnerstag) aus einer Predigt des katholischen Erzbischofs von Merauke in Papua.

In Indonesien gibt es viele Impfverweigerer. Eine am 9. September veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts National Survey Media ergab, dass mehr als 45 Prozent der Indonesier immer noch zögern, sich impfen zu lassen; die höchste Zahl liegt in Ostindonesien einschließlich der von gewaltsamen Konflikten zwischen den für Autonomie kämpfenden Einheimischen und der indonesischen Armee in Papua.

Misstrauen in Regierung und Militär

Der katholische Priester und Bürgerrechtler John Djonga aus Papua sagte laut Ucanews, unter den Papuas herrsche "seit langem Misstrauen gegenüber der Regierung". Entsprechend würden auch Impfstoffe betrachtet, und das Misstrauen sei umso größer, wenn die Impfkampagne durch das Militär durchgeführt werde. Die Ermutigung durch religiöse Führungspersönlichkeiten sei wichtig, um den Gemeinden die Bedeutung der Immunisierung bewusst zu machen.

Bereits Ende August hatte Indonesiens Präsident Joko Widodo bei einem Treffen mit führenden Geistlichen alle Religionen des mehrheitlich muslimischen Indonesien aufgefordert, bei der Verteilung der Impfdosen mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Indonesien will mindestens 208 seiner 260 Millionen Einwohner impfen. Bis zum 21. September hatten laut Regierungsangaben etwa 38 Prozent eine erste Dosis erhalten; 21,7 Prozent waren vollständig geimpft.

(KNA)

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