Unbekannte brechen in Hagener Kirche ein
Polizeiabsperrband

15.06.2021

Überfall auf Ordensbrüder in Wien aufgeklärt Fahndung bei "Aktenzeichen XY"

Nach einem Überfall auf sechs Ordensbrüder in Wien herrschte jahrelang Rätselraten über Motiv und Täter. Nun gaben österreichische Ermittler bekannt, dass ein 49-Jähriger nach einem DNA-Abgleich aus Deutschland festgenommen wurde.

Der Mann hat nach Angaben der Wiener Polizei gestanden, seine Opfer 2018 stundenlang gefesselt, schwer verletzt und beraubt zu haben. Er habe ausgesagt, aus Hass gegen die katholische Kirche gehandelt zu haben.

Nach den Weihnachtsfeiertagen 2018 war ein damals unbekannter Täter in eine Kirche und in Büros der Brüder eingedrungen, die im Norden Wiens ein Gymnasium betreiben. Dabei brachte er sechs Ordensmänner zwischen 58 und 81 Jahren in seine Gewalt, beraubte sie und verletzte sie schwer. Einer von ihnen schwebte einige Monate in Lebensgefahr.

Fahnung bei "Aktenzeichen XY...ungelöst"

Die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" bat vergeblich um Hinweise zu dem geflohenen Täter. Im Frühjahr informierten schließlich deutsche Behörden österreichischen Ermittler, dass eine DNA-Spur vom Tatort zu einem verurteilten Mann passe, der Anfang der 2000er Jahre in Deutschland einen Raub mit Geiselnahme verübt hatte.

Der Mann war als Kind mit seiner Familie aus Kroatien nach Deutschland gekommen, berichtete die Wiener Polizei. Er wurde später obdachlos und hielt sich immer wieder auch in Österreich auf. Der Mann habe ausgesagt, dass er von Kindesmisshandlungen und anderen Vorwürfen gegen die katholische Kirche gelesen habe und sich deshalb eine kirchliche Einrichtung als Ziel ausgesucht habe, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Er wurde im Mai in Zagreb festgenommen und sitzt nun in Wien in Untersuchungshaft.

(dpa)

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