Gemüsemarkt in Idlib, Syrien. Für den Großteil der Bevölkerung im Norden Syriens fallen die Einkäufe aufgrund der sich verschlechternden wirtschaftlichen Situation klein aus.
Gemüsemarkt in Idlib, Syrien. Für den Großteil der Bevölkerung im Norden Syriens fallen die Einkäufe aufgrund der sich verschlechternden wirtschaftlichen Situation klein aus.

07.06.2021

Erzbischof von Damaskus kritisiert Handelsbeschränkungen Sanktionen lähmen Syrien

Der maronitische Erzbischof der syrischen Hauptstadt Damaskus, Samir Nassar, hat die internationalen Sanktionen gegen sein Land kritisiert. Laut Nassar lähmen sie Syrien und stürzen die Menschen in bittere Armut.

Das katholische Hilfswerk "Kirche in Not" zitiert am Montag in München aus einer Erklärung Nassars. "Gesetze, die Staaten und Menschen bestrafen, die es wagen, Hilfe nach Syrien zu schicken, vervielfachen die Engpässe", so der Erzbischof weiter. Auch der wirtschaftliche Zusammenbruch des wichtigsten Handelspartners Libanon habe negative Folgen und treibe etwa die Lebensmittelpreise hoch.

Vor dem Ausbruch des Krieges habe ein zwei Kilogramm schwerer Laib Brot etwa 15 Syrische Pfund gekostet, erklärte Nassar. Heute müssten Käufer rund 100 bis 500 Syrische Pfund hinlegen - für nur ein Kilo Brot.

Nassar: Internationale Gemeinschaft muss Verantwortung übernehmen

Der Erzbischof rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, Verantwortung für die derzeitige Situation zu übernehmen. Die Wirtschaftskrise samt der grassierenden Armut führe dazu, dass die Menschen die Folgen des seit zehn Jahren andauernden Kriegs in Syrien nicht hinter sich lassen könnten.

"Kirche in Not" hat nach eigenen Angaben seit Ausbruch des Syrienkriegs im Jahr 2011 rund 1.000 Hilfsprojekte im Umfang von über 42 Millionen Euro unterstützt. Dazu zählten unter anderem Lebensmittelpakete, Medikamentenhilfen, Milchrationen für Babys und Kleinkinder, Zuschüsse für Mieten, Strom und Heizung sowie der Wiederaufbau kirchlicher Gebäude und die pastorale Arbeit von Priestern und Ordensleuten. "Kirche in Not" arbeitet eng mit den verschiedenen katholischen und orthodoxen Kirchen im Land zusammen, die vielerorts Anlaufstellen für die notleidende Bevölkerung sind, wie es heißt.

(KNA)

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